Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Phönix

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 1993-10-17/11-05, 2015-02-03/10

(20) Sonntag Abend

Ich frage sie, wenn das Wochenende mit den Kindern ein Test gewesen wäre, ob sie dann mit mir zufrieden sei?

Sie schmunzelt, wenn das ein Test gewesen wäre, wäre sie zuversichtlich, daß sie mich noch zum Vater ihrer Kinder hinbiegen könne, aber das Thema hätten wir ja schon angeschnitten und vertagt. Sie legt ihre Arme um mich, wir halten uns, schmusen eine ganze Zeitlang. Auf das so gut verlaufene Wochenende möchte sie gerne mit mir mit einem Glas Wein anstoßen, meint sie dann. Ich erinnere sie daran, daß ich keinen Alkohol trinke, was sie tue, müsse sie wissen. Sie erwidert, das habe sie nicht vergessen, ich solle mich doch nicht so anstellen, wenn ich wirklich nicht wolle, könne ich aber wenigstens eine Praline mit ihr zusammen naschen, dabei holt sie derselben aus dem Schrank und läßt eine in ihrem Mund verschwinden, sie preßt ihre Lippen gegen die meinen, öffnet ihren Mund. In einem äußerst süßen Zungenkuß spielen wir mit der Praline, bis sie sich aufgelöst hat und nur die darin befindliche Haselnuß als Spielball unserer Zungen bleibt, darauf nimmt sie noch eine. Während sie die Nuß zerkaut und herunterschluckt, hält sie die andere vor meinen Mund, als ich danach schnappen will, zieht sie sie weg, es folgen noch ein paar weitere Versuche, bis sie sie mir bereitwillig in den Mund legt und gleich darauf ihre Lippen, ihre Zunge zu einem weiteren Spiel folgen läßt.

Später sehen wir noch etwas fern, dabei trinkt sie ihr Glas Wein, ich Saft, schließlich meint sie gutgelaunt, wir sollten jetzt ins Bett gehen.

Ich gehe zuerst ins Bad, während sie den Rest Wein wegstellt. Als ich schon im Schlafanzug im Bett liege, kommt sie nackt ins Zimmer, sie lächelt, wir seien ja jetzt allein. Die Nachttischlampe läßt sie an, kommt zu mir ins Bett, zieht mir entschlossen das Oberteil des Schlafanzuges wieder aus. Wenn ich Lust hätte, sei sie fest entschlossen, einen neuen, richtigen Versuch mit mir zu wagen. Dabei öffnet sie eine Schublade des Nachttisches, holt eine Packung Kondome heraus. Die habe sie am Samstag besorgt, sie hoffe, daß ich mit der richtigen Anwendung vertraut sei, sie habe da keinerlei Erfahrung. Sie gibt sie mir in die Hand, grinst mich vergnügt an.

Ich meine, trotzdem brauche sie sich den Genuß nicht entgehen zu lassen, den Beipackzettel zu lesen. Ich zitiere eine Radiowerbung "Bei Risiken und Nebenwirkungen essen sie die Packungsbeilage und schlagen sie ihren Arzt oder Apotheker", immerhin sei das Schreiben von Gebrauchsanweisungen eine Kunst für sich, und wo sie schon so ein literarisches Kleinod mit erstanden habe, sollte sie es auch nicht ungelesen lassen.

Sie lacht, holt aber wirklich den Zettel aus der Packung und liest laut vor, zeigt mir die Bilder. Sie meint, es höre sich ganz einfach an und sehe auch so aus, sie werde es selbst versuchen, ich solle nur meine Hose ausziehen, damit sie den Sachverhalt am Schopfe packen könne und von der Wurzel bis zur Spitze eingehend studieren.

Das tue ich, meine aber, sie solle sich Zeit lassen. Das Kondom komme ja erst zum Einsatz, wenn wir ganz zusammensein wollten. Die Packung stellt sie einstweilen auf den Nachttisch, ein verschweißtes Kondom legt sie neben das Kissen, umarmt mich erst einmal, wir küssen und streicheln uns.

Ich frage, ob sie glaube, daß sie dieses Mal auch etwas empfinden werde, ihren Gefühlen freien Lauf lassen könne, worauf sie meint, sie werde sich bemühen, sie wolle es so sehr, sie sei sich nur nicht sicher, ob es gelingen werde, sie wolle aber auch nicht, daß ich alles Mögliche mit ihr anstelle, damit bei ihr etwas passiere. Sie wolle weder mich noch sich unter Druck setzen. Wenn ich mich abmühte, nur um Gefühle aus ihr hervorzulocken, gefiele ihr das nicht, das sei nicht mehr schön, ihre Bereitschaft, etwas zu empfinden, müsse letztlich von selbst da sein, sicher müsse ich mir auch Mühe geben, doch wenn das zu viel werde, könne es nicht mehr so schön werden, wie es eigentlich zwischen uns sein sollte. Sie fügt hinzu, wenn ich die Rolle des phantastischen Liebhabers spielen wollte, könnte ich das später sicher immer wieder versuchen, das werde sicher sehr lustig und schön sein, auch die Rolle des etwas rauen, rücksichtslosen Liebhabers könne zur Abwechslung einmal sehr erregend sein, weil sie Vertrauen zu mir habe, daß es zwischen uns immer nur ein Spiel sei, doch für den Anfang genügten ihr meine Zärtlichkeiten und meine Bemühungen ohne große Ausschmückungen.

Ich frage sie, wie sie sich das vorstelle, sie könne mir ja erzählen, was ihr besonders gefalle, oder wie es mit J. gelinge.

Sie schüttelt den Kopf. Das sei etwas ganz anderes, auch wolle sie mich nicht mit Details quälen, sie wisse auch nicht, ob J. das Recht sei, außerdem müßten wir für uns unseren eigenen Weg finden, ihre Erlebnisse mit J. könnten für uns nicht sehr hilfreich sein.

Vielleicht sollte sie diesmal die aktivere, führende Rolle übernehmen, schlage ich vor, ob sie sich das zutraue? Sie neigt unsicher den Kopf zur Seite, scheint aber durchaus interessiert zu sein. Ich streichele sie sanft, sie kniet wieder, beide Beine an meine Seiten gedrängt. Sie schließt ihre Augen, als meine Hände ihre Brüste berühren, Muster auf Busen und Bauch malen. Als sie schon etwas erregt wirkt, gleitet eine Hand tiefer, sie erhebt sich etwas, ich streichele ganz sanft die Umgebung ihrer Schamlippen, eine ihrer Hände kommt hinzu, führt mich, sie atmet schneller, das Spiel unserer Finger in der Nähe ihrer Clitoris geht eine ganze Weile, bis sie meine Hand nimmt, sie küßt, an mir herabgleitet. Sie hält meine Hände fest, küßt mein erigiertes Glied, leckt und streicht mit ihrer Nase darüber, ich spüre den Luftstrom ihrer schnellen Atemzüge, ihre Lippen umschließen die Eichel, mit festem Druck gleiten sie weiter am Penis hinab und wieder bis zur Spitze der Eichel, ihre Zunge umspielt sie, dabei nimmt sie das Kondom, packt es aus und streift es gemäß Anleitung über den Penis. Sie lächelt mich an "das hat ja schon mal geklappt!", wirft ihre Haare über mein Gesicht, unsere Lippen treffen aufeinander, während sie vorsichtig mit der Hand über mein Glied streicht, sie bewegt sich, langsam führt sie es in ihre Vagina ein, richtet sich sodann wieder halb auf, führt meine Hände auf ihre Oberschenkel, wo sie sie festhält. Sie beginnt ganz langsam, sich zu bewegen, schaut mich fragend an, ich lache zustimmend zurück, was sie ermutigt, sich sanft weiter zu bewegen, zu probieren, wobei sie immer wieder kontrollierend meinen Blick sucht, um eine Bestätigung zu bekommen, daß alles in Ordnung sei. So macht sie also ermutigt und mutiger weiter, sogar recht geschickt, gleichzeitig vorsichtig und gefühlvoll, auch ihr scheint es zu gefallen, sie schließt die Augen, krümmt ihren Oberkörper weit nach hinten, hält dort etwas inne, richtet sich dann wieder auf und sucht wieder meinen Blick, bewegt sich dann weiter, wechselt die Arten der Bewegungen, die Intensität, den Rhythmus. Dabei schaut sie immer wieder in meine Augen, nach Bestätigung suchend, aber es ist alles gut, was sie macht, vorsichtig und sanft, aus einem guten Körpergefühl heraus, welches sie als Sportlerin offenbar hat, trotz der tragischen Vorfälle, die sie auch in Konflikt mit ihrem Körper geführt haben, wovon jetzt nichts zu bemerken ist. Sie bewegt ihren Oberkörper wieder näher zu mir, legt ihre Hände um meine Schultern, ich meine um ihren Po, ich spüre, wie sie die Muskulatur ihres Beckenbodens stärker als beim vorherigen Liebesspiel anspannt, ihre Bewegungen werden schneller, jetzt schaut sie mir dauernd und intensiv in die Augen, ich spüre, wie ich die Kontrolle über mich verliere, zu stark sind die jetzt von ihr erzeugten Reize, ich schließe die Augen, ich kann es nicht länger aufhalten, durch ihr enorm verstärktes Reizspiel kommt es bei mir zum Orgasmus.

Danach öffne ich die Augen, will schon etwas sagen, als sie ihre Hand auf meinen Mund legt und flüstert, es sei heute bei ihr noch nicht gegangen, aber wenigstens sei es für mich schön gewesen, das habe sie deutlich gesehen und gespürt. Auch sie habe Lust empfunden, aber im letzten Moment sei sie zu feige gewesen, es sei heute wohl doch noch zu früh gewesen, da habe sie es schnell für mich zu einem Ende gebracht. Für sie sei es trotzdem sehr angenehm gewesen, ich solle mir keine überflüssigen Gedanken machen. Dann fragt sie nach, ob wirklich alles in Ordnung gewesen sei, ihre Bewegungen und ich nicke nur, ziehe sie zu mir heran und küsse sie liebevoll.

Das Kondom läßt sie in einen schon bereitgestellten Becher fallen, löscht das Licht, sie werde nie versuchen, mir etwas vorzuspielen, dafür liebe sie mich viel zu sehr, sie sei aber ganz sicher, daß es uns gelingen werde. Sie umarmt mich, unsere Lippen treffen sich, wir liebkosen uns noch eine ganze Weile ohne Worte.

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