Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Phönix

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 1993-10-17/11-05, 2015-02-03/10

(14) Freitag Nachmittag

I. öffnet die Tür, nachdem ich geklingelt habe und umarmt mich zur Begrüßung, wir küssen uns. Ich begrüße auch J., die in ihrem Zimmer bei offener Tür ließt und dabei Musik hört. Ich folge I. ins Wohnzimmer, wo sie zum Fenster geht und gespannt hinaussieht. Ich lege meinen Arm um ihre Taille und drehe sie zu mir um, ziehe sie an mich, sie hält mich nun auch, unsere Lippen treffen sich zu einem kurzen Kuß, dann schaut sie wieder zum Fenster.

Ich lächele sie an. wenn sie da seien, würden sie schon läuten, aber sie meint, trotzdem könne sie im Moment nichts anderes tun, als warten und schauen, so lasse ich sie los, zwar dreht sie sich wieder zum Fenster, doch sie führt meine Hände wieder an ihre Taille, so daß ich hinter ihr stehe. Sie lehnt sich auf die Fensterbank, ich schmiege meinen Körper an den ihren, mit einem Arm umfasse ich sie, mit der anderen Hand spiele ich in ihren offenen Haaren, nehme sie zu einer Seite, küsse ihren Hals, eines ihrer Ohrläppchen, sauge daran, was ihr gefällt, sie meint lachend, ich hätte Recht, es gebe doch eine gute Möglichkeit, sich die Zeit bis zur Ankunft des Besuches zu vertreiben.

Mit der Zunge fahre ich am Rand ihres Ohres entlang, arrangiere ihre Haare neu, wechsele dann auf die andere Seite, beginne beim Ohr und arbeite mich hinunter zu ihrem Hals, sauge in ihrem Nacken an einem Halswirbel und gelange so wieder auf die andere Seite und zum ersten Ohr.

Es dauert nicht allzu lange, da zeigt sie auf ein in die Straße einbiegendes Automobil, das wären sie. Ein Stück weiter finden sie sogar einen Parkplatz, was für den späteren Freitag Nachmittag schon ein echter Glücksfall zu nennen ist. I. erläutert, sie habe ihrer Schwester bereits am Telephon mitgeteilt, daß ich als ihr Freund und Geliebter das Wochenende auch da sein werde. Sie habe ihr nichts weiter über den Vorfall im Park mitgeteilt, primär, daß sie von mir überzeugt sei und jedenfalls meine Relevanz für sie betont. K. habe sich für sie gefreut und sie hätten noch ein wenig geplaudert und beraten. K. sei jedenfalls auf mich vorbereitet und habe auch keine Bedenken wegen des Wochenendes mit den Kindern. Da vertraue K. ganz darauf, wie sie die Situation einschätze. Sie habe schon einige Male auf die Kinder aufgepaßt, mit diesen Wochenenden verbracht, also keine komplett neue Situation für die Kinder.

Tatsächlich steigt eine Frau mit zwei kleinen Kindern aus und kommt bepackt mit einigen Sachen auf das Haus zu. Ich lasse I. los, die zur Gegensprechanlage eilt, öffnet, als sie an der Tür sind, ich gehe ihr nach in den Flur. Die Kinder sind zuerst oben, I. umarmt beide, J. hat inzwischen die Musik abgedreht und steht neben mir. Eine rührende Begrüßung zwischen I. und den beiden Kindern. Als ihre Schwester oben ist, umarmt I. auch diese, kaum daß sie die Sachen beiseite stellen kann, während J. die Kinder begrüßt, ihnen mit der Hand durchs Haar fährt. Dann gibt J. K. die Hand, und ich werde den dreien vorgestellt, bei den Kindern handelt es sich um die achtjährige L. und den sechsjährigen M..

K. meint, sie wolle bald wieder fahren.

Während J. mit den Kindern die Sachen in ihr Zimmer bringt, begeben I., K. und ich uns in die Küche. Beide haben noch ein paar Sachen zu besprechen, etwa wann am Sonntag Abend die Kinder wieder abgeholt werden.

K. freut sich, daß I. einen Freund gefunden hat, sie meint mich anlächelnd, ich mache einen guten Eindruck auf sie, schon wie I. am Telephon von mir geschwärmt habe, sei ein großes Vergnügen gewesen. Und wenn I. schon von mir überzeugt sei, könne es da kaum noch berechtigte Zweifel geben, sie habe einen guten, geduldigen Freund verdient, und da sie überzeugt sei, daß es mit mir funktionieren werde, sei das schon ein kaum zu überbietendes Kompliment für mich. Ich nicke etwas verlegen und versichere, ich werde mein Bestes geben, um den Erwartungen zu genügen, aber bei so viel allseitigem Zuspruch seien wir ja schon einmal frei von äußeren Widerständen, also sehr gute Voraussetzungen.

Bald darauf verabschiedet K. sich schon und fährt wieder ab. Nachdem I.ihr mit den Kindern nachgewunken hat, meint sie, sie wolle sich jetzt erst einmal ausgiebig mit den beiden beschäftigen, da J. noch zum Essen bleiben wolle, solle ich inzwischen nach dem auf dem Tisch liegenden Rezept ein Gericht zum Abendessen fertig machen, und J. solle mir dabei helfen, die frischen Zutaten fänden wir im Kühlschrank, sonst wisse J. ja, wo alles zu finden sei.

Also gehen wir in die Küche, während sie mit den Kindern spielt.

J. meint zu mir grinsend, das hätte ich nun davon, daß ich mich nicht nur mit I. eingelassen hätte, sondern dieses Wochenende auch noch gekommen sei. Nun müsse ich ihren Anweisungen folgen.

Das tun wir beide, nachdem J. wieder Musik angestellt hat.

Als das Essen - ein einfach zuzubereitender, aber reichhaltiger Salat - fertig ist, ist I. mit unserer Interpretation des Rezeptes sehr zufrieden, und wir beraten mit den Kindern, was wir am Wochenende tun wollen, während wir essen. L. möchte am Samstag Morgen in der Stadt etwas einkaufen. Für den Nachmittag schlage ich das Landesmuseum vor, unter anderem, Ur- und Frühgeschichte, 'Fischegucken', versuche ich zu begeistern, auf die Gefahr hin, daß die Kinder von ihren Eltern dann ein eigenes Aquarium zu Weihnachten haben möchten. I. und K. lachen amüsiert über meine Befürchtung, und die Kinder sind einverstanden.

Nach dem Essen verabschiedet sich J..

I. ist der Auffassung, die Kinder seien so aufgekratzt, da sei an ein frühes Schlafengehen an diesem Wochenende nicht zu denken. Während I. abwäscht und ich abtrockne, erzählen die beiden von der Schule und ihren Freunden und was ihnen sonst noch so einfällt.

Dann spielen wir ein abwechslungsreiches Brettspiel und sehen nebenbei fern, bis sie doch so müde sind, daß I. sie zu Bett bringt. Wir sehen noch ein bißchen weiter fern, wobei ich auf dem Sofa sitze und I. so liegt, daß ihr Kopf in meinem Schoß ruht und eine meiner Hände sachte mit ihrem Haar spielt.

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