Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Phönix

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 1993-10-17/11-05, 2015-02-03/10

(12) Dienstag Abend

Nach einundzwanzig Uhr, als ich schon nicht mehr damit rechne, ruft sie doch noch an. Sie erzählt mir, dienstags betreibe sie ja immer ihren Kampfsport, sie sei noch in der Sporthalle, schildert mir, mit welcher Bahn ich dorthin komme, den Weg von der Haltestelle zum Eingang der Halle. Da ich diesmal den Weg noch nicht gefahren bin, kann ich nicht so genau abschätzen, wie lange es dauern wird, sie meint jedoch, das sei nicht schlimm, sie werde ohnehin mit ihrer Bekannten A. noch ein paar Übungen machen, bis ich da sei.

Der Teil des Weges, den ich mit der Straßenbahn zurücklege, ist noch einfach, spannend wird es erst ab der Haltestelle. Dort stehe ich mit dem Zettel, auf dem ich I.s Wegbeschreibung notiert habe, vor dem Umgebungsplan und suche. Nachdem ich mich so orientiert habe, finde ich das Sportgelände auf Anhieb und nach einigem unsicheren Suchen auch den Eingang.

Ich läute. Es erscheint eine junge, dunkelhaarige Schönheit, fragt durch die Tür, ich bestätige durch Nennung meines Namens, daß ich zu I. wolle, sie öffnet. Sie führt mich zu I., diese stellt uns vor. Es handelt sie um A., Abiturientin, die vor einiger Zeit zur Frauengruppe dieser Kampfsportabteilung gestoßen sei, in der I. eine der Übungsleiterinnen ist.

A. erklärt, sie habe gedacht, es sei ihr Bruder, der die Angewohnheit habe, sie abzuholen. Tatsächlich läutet es im gleichen Augenblick, sie meint, das müsse er jetzt sein, verabschiedet sich und geht.

I. erläutert, A. sei zwar hier geboren, ihre Eltern aus der Türkei. Hierher gekommen sei sie zunächst, um durch den Sport ihr Selbstvertrauen zu stärken. Man müsse den Neuen natürlich sagen, daß sie zur Selbstverteidigung besser zu einen speziellen Schnellkurs gehen sollten, am besten eine gemischte Gruppe, damit Frauen lernten, ihre Zurückhaltung aufzugeben und einen potentiellen Angreifer lange genug außer Gefecht zu setzen, um dann abhauen zu können, ohne sich noch darüber Sorgen zu machen, ob der Angreifer nicht vielleicht Hilfe brauche. Überhaupt, rechtzeitige Flucht ist natürlich immer die bessere Option, sei aber nicht immer möglich oder könne sogar problematisch sein, wenn damit andere in Gefahr gerieten, Opfer zu werden, die sich nicht gut wehren können. Sei man bereits wie sie Opfer geworden, sei eine gemischte Gruppe natürlich problematischer für alle Beteiligten, da könne man dann nie genau vorhersehen, was so passieren werde. Ein Drama sei aber so oder so ziemlich sicher, wenn der Gruppenleiter nichts von dem Problem wisse und dieses erst mitten in einer Übung offenbar werde.

Was sie hier betreiben, sei Sport, sie habe sich mit mehreren dieser Kampfsportarten beschäftigt, wenn man sie dauerhaft betreibe, sei man damit sicher besser bedient als mit einem Schnellkurs, doch viele wollten sich auch einfach nur sicherer fühlen. Das sei wohl auch anfangs so bei A. gewesen, doch sie sei geblieben und habe offenbar ihren Spaß an diesem Sport gefunden, außerdem habe sie wohl schon wegen ihres Bruders eine reine Frauengruppe vorgezogen. Mit den Mitschülern, die sie in der Schule kennen, sei sie ja zum großen Teil ganz gut ausgekommen, aber offenbar gebe es mit anderen Schülern und anderen Leuten ab und zu Schwierigkeiten, ohne daß allerdings bisher etwas ernsthaftes passiert sei. Zuhause habe sie es wohl auch nicht ganz leicht, ihre Eltern seien eigentlich schon dagegen gewesen, daß sie Abitur mache, doch sie sei sehr gut in der Schule und habe zum Glück auch noch ein starkes Durchsetzungsvermögen, so habe sie trotzdem weitergemacht. Ebenso sei es mit diesem Sport gewesen, zumal es in letzter Zeit ja Übergriffe besonders auf Türken gegeben habe, so daß ihre Eltern eingesehen hätten, daß sie sich notfalls wehren können müsse. Ihr Bruder spiele sich allerdings immer als ihr Beschützer und Sittenwächter auf. Da ihre Gruppe nur für Frauen bestimmt sei, müsse er glücklicher Weise für A. draußen bleiben, andererseits sei er aber auch nicht allzu mißtrauisch. Bezüglich des Dienstagabends sehe ihr Arrangement wohl so aus, daß er sie nach einem Anruf abhole. Sie habe sich hier bald mit A. angefreundet.

Inzwischen, sie ist noch nicht umgezogen, führt sie mir einige Kampfpositionen und Bewegungsabläufe vor. Kraftvoll, geschmeidig und kontrolliert zieht sie die Bewegungen dabei voll durch und einige Male endet die Bewegung ihrer Hand oder ihres Fußes nur knapp vor meinem Körper, meinem Kopf, meinen Kniescheiben. Ist das ein Test? Vielleicht. Ich vertraue ihr und weiche keinen Millimeter von der Stelle. Immerhin, wenn sie weiß was sie tut, ist das vermutlich die beste Option, um ungeschoren davonzukommen. Ich komme eigentlich nicht dazu Angst zu haben, zucke aber ab und an doch etwas. So hat sie dann doch irgendwann ein Einsehen und beendet diese heikle Übung ohne weiteren Kommentar. Als nächstes führt sie mich in den Folterraum (Kraftraum) und beginnt, sich dort zu betätigen. Sie erläutert, wenn man die Geräte richtig nutze, verunstalte man seinen Körper nicht mit überflüssiger und ungleichmäßig stark ausgebildeter Muskelmasse, sondern trainiere alles so, daß wirklich alle Muskeln gezielt und kontrolliert eingesetzt werden könnten. Ich vermute, ihr Kurs dürfte schon anstrengend gewesen sein, doch hier verausgabt sie sich völlig. Es ist eine Demonstration, ich komme nur nicht dahinter, was sie damit demonstrieren will. Ich weiß doch, sie ist empfindsam, sensibel und stark zugleich. Sie ist durchtrainiert und kontrolliert und entschlossen. Und dieser Eindruck steht in deutlichem Kontrast zu ihrem Auftreten als ich sie das erste Mal gesehen habe.

Sie fährt fort: Nun sollten wir uns jedoch über uns unterhalten. Was sie mir zuerst erzählen müsse: Gestern Abend sei sie mit J. zusammengewesen, da habe sich erst einmal die in ihr durch das für sie doch sehr anstrengende Wochenende aufgestaute Anspannung gelöst, dann habe sie J. in groben Zügen von dem Überfall und meiner Hilfe berichtet und davon erzählt, daß sie zu mir eine Beziehung aufzubauen gedenke. J. sei natürlich über den Überfall schockiert gewesen, aber auch irritiert, daß sie sich erst gar nicht gewehrt habe. Zum Glück hätten wir die Situation ja noch gemeinsam halbwegs gemeistert. Die Entscheidung mit der Polizei habe sie allerdings auch kritisiert, immerhin habe sie ja doch anonym angerufen, es sei also wohl verstärkt Polizei im Park unterwegs, wenn wohl auch nur für ein paar Tage. J. habe sich aber auch für sie gefreut, sie in der Absicht bestärkt, eine Beziehung einzugehen, nachdem sie sich davon überzeugt habe, daß sie es nicht nur wolle, weil sie mir dankbar sei, und weil sie selbst davon ausgehe, daß eine Annäherung bei mir möglich sei. J. habe sogar gescherzt, sie solle den holden Knaben vernaschen, um ihr Mut zu machen und sie zu unterstützen, ihre Hemmungen und Unsicherheiten zu überwinden. Ernsthafter meinte sie aber, sie solle nach ihrem eigenen Tempo vorgehen und sehen, wie schnell eine Annäherung für sie gut sei. J. wolle mich natürlich auch bald einmal kennenlernen, für heute habe sie J. jedoch gebeten, zu ihrem Freund zu gehen, so daß wir heute allein seien, denn sie habe einen Entschluß gefaßt, wenn ich nichts dagegen hätte, mit der Annäherung heute Nacht fortzufahren, deswegen sei sie auch schon die ganze Zeit so aufgeregt. Einerseits ihr Entschluß dazu, andererseits die innere Anspannung deswegen. Sie redet so schnell und hastig, daß ich gar nicht dazu komme, darauf einzugehen, signalisieren allenfalls ab und an durch Nicken, daß ich ihr aufmerksam zuhöre.

Eigentlich sei hier viel früher Schluß, doch wegen ihrer Anspannung sei sie länger hier geblieben und habe sich mit A., die wohl das dringende Bedürfnis gehabt habe, ihre Frustrationen abzubauen, ziemlich ausgetobt, beinahe bis zur totalen Erschöpfung. Mit dem endgültigen Entschluß habe sie mich dann angerufen. A. sei geblieben und habe ihren Bruder eigentlich so bestellt, daß er hätte vor mir da sein sollen, aber ich sei schneller als erwartet hier gewesen, hoffentlich habe ihr Bruder nicht gesehen, wie sie mich hereingelassen habe.

Sie fragt mich, ob ich nicht auch einmal ein Gerät ausprobieren wolle, überredet mich schließlich. Ich ziehe die Jacke aus und mühe mich ein paar mal an einem Gerät ab, wie sie es mir gezeigt hat, höre dann aber mit dem Kommentar auf, daß ich besser davon abließe, bevor es anstrengend werde, ich würde da doch ohnehin keine gute Figur machen.

Sie grinst, wahrscheinlich sei ich sogar etwas stärker als sie, zumal etwas größer, da sei prinzipiell die Kraftumsetzung etwas effektiver, wie ich sicher als Physiker wisse. Wie sie das Gerät eingestellt habe, müßte ich dabei schon einige Kraft aufgebracht haben. Aber meine Kondition, sportliche Motivation und Ausdauer seien miserabel. Ich stehe ihr gegenüber, widerspreche dem nicht, als sie mich plötzlich und ganz unvermittelt fest umarmt, auch ich lege meine Hände um ihre Taille, halte sie fest. So stehen wir eine Weile.

Sie meint, eigentlich dusche sie immer, bevor sie nach Hause gehe, besonders wo sie so verschwitzt wie heute sei, sei das angebracht, doch wenn es mich nicht störe, möchte sie, daß wir lieber gleich zu ihr fahren. Tatsächlich merke ich, daß sie ordentlich durchgeschwitzt ist, ich halte sie etwas von mir weg, mit zwei Fingern streife ich vorsichtig etwas Schweiß von ihrer Stirn, lecke die salzige Feuchtigkeit von meinen Fingern, lächele sie an, sie verschwitzt zu sehen, wirke sehr anziehend und anregend, wenn sie es für sinnvoll halte, könnten wir gleich gehen, aber ich hätte auch genug Zeit, solange zu warten, bis sie geduscht habe, wenn es darum gehe, außerdem sei es bestimmt nicht sehr gesund, verschwitzt nach draußen in die Kälte zu gehen. Sie schüttelt aber den Kopf. Ich solle nur an der Tür warten, bis sie sich abgetrocknet und umgezogen habe und alle Lichter gelöscht, dann könnten wir gehen. Kurz darauf kommt sie schon, wir gehen hinaus, und sie schließt ab. Hand in Hand gehen wir zur Straßenbahn und fahren zu ihr.

Auf dem Weg von der Haltestelle zu ihrer Wohnung - im übrigen wählen wir einen Umweg, um den Park zu meiden - scheint sie etwas nervöser zu werden. Dort angekommen, stellt sie zunächst in ihrem Zimmer den CD-Spieler an, geht dann in die Küche, holt eine Flasche Sekt und ein Glas. Wir setzen uns an den Küchentisch. Als sie die Flasche schon öffnen will, schüttelt sie plötzlich den Kopf, das sei jetzt nicht richtig, kein Alkohol. Sie stellt die Flasche wieder weg, meint, wir sollten ins Bett gehen. Während sie in der Küche noch etwas ziemlich ziellos herumräumt, gehe ich ins Bad, danach sie, während ich mich in ihrem Zimmer ausziehe und den Schlafanzug an. Als sie in ihrem Schlafanzug ins Zimmer kommt, wirkt sie immer noch sehr unruhig, überlegt einen Moment, dann geht sie zum CD-Spieler und schaltet ihn mitten im Stück ab, auch dafür sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Sie löscht das Licht, setzt sich zu mir auf das Bett.

Zögernd beginnt sie, sie könne nicht lange darum herum reden, weshalb sie etwas aufgeregt sei und sich deshalb eben etwas kopflos benommen habe, sie habe sich entschlossen, vorausgesetzt daß ich wegen mir keine Einwände hätte, heute Nacht mit mir Sex zu haben, um eine weitere Annäherung zu realisieren. Sie möchte nur, daß es möglichst schnell gehe, das sollte mir als Mann prinzipiell nicht schwerfallen, allerdings solle ich auf sie keine besondere Rücksicht nehmen, ihr lediglich nicht absichtlich weh tun, Lust werde sie dabei heute ohnehin nicht empfinden.

Ich erwidere, ob wir dann nicht besser erst einmal eine weitere Annäherung in anderer Form versuchen sollten?

Sie widerspricht und meint, es sei dafür jetzt der richtige Zeitpunkt, denn sie habe sich nun einmal dazu durchgerungen, sie wisse nicht, ob sie das so schnell wieder schaffen könne, wenn wir es heute verschöben oder lange diskutierten. Wenn es aber heute gelinge - und dessen sei sie sich sicher - wenn ich es nur heute für mich zu einem Ende führe, egal wie sie sich dabei verhalte, sei alles gut. Solange sie nicht ausspreche, daß ich aufhören solle, sei sie sicher, mit mir auszukommen.

Ich könne mir sicher sein, daß ich dabei von ihr nicht mehr bekomme, als sie mir jetzt von sich geben wolle.

In ihrem Kopf seien aber die damit verbundenen Empfindungen noch blockiert, das sei nicht so einfach zu beenden, nur durch eine schrittweise Annäherung an mich könne sie sich das vorstellen, und dies sei aus ihrer Sicht so ein Schritt. Sie könne das nicht so gut in Worte fassen, was in ihr vorgehe, doch sie sei sich sicher, daß sie es diese Nacht so möchte. Sie wolle mich auch nicht geradezu drängen oder unter Druck setzen. Sie hoffe nur, ich könne damit einverstanden sein.

Sie beschreibt, wie sie sich vorstellt, daß es ablaufen soll: Ich solle mich auf sie legen, sie werde die Beine spreizen, die meinen mit den ihren umklammern. Dann will sie, während ich sie zunächst locker umarmen solle, unsere Schlafanzüge herunterziehen und mein Glied vor ihre Vagina bringen, dann werde sie mich umarmen, das weitere liege bei mir, wie ich das möglichst schnell für mich zu Ende bringe. Sie möchte noch nicht, daß ich sie küsse oder ansonsten besondere Zärtlichkeiten bei ihr versuche, sie wolle vorher genau wissen, worauf sie sich einzustellen habe und sich darauf konzentrieren können. Danach solle ich einfach abwarten, bis sie etwas zu mir sage, vorher möchte sie nicht, daß wir sprechen.

Sie fragt mich, ob das gehen werde?

Ich überwinde meine Bedenken stimme zögernd zu, weil ich merke, wie Ernst es ihr mit ihrem Plan ist.

Sie meint, ich müsse mich noch ein bißchen gedulden, sie müsse sich noch etwas alleine darauf vorbereiten, wenn ich mich auch noch vorbereiten müsse, sollte ich das ebenso tun, dann steht sie auf und geht hinaus.

Nach ein paar Minuten kommt sie wieder, kommt zu mir ins Bett, wir liegen seitlich nebeneinander, sie schmiegt sich an mich, umarmt mich, ihre Stimme zittert etwas, als sie flüsternd von mir wissen will, ob ich bereit sei.

Ich stelle fest, einerseits sei das von ihr in Aussicht Gestellte erregend, andererseits sei ihre zu erwartende Teilnahmslosigkeit für mich in der Situation beunruhigend.

Ihre Wange streicht mich kaum berührend über die meine, wenn von ihr auch keine Aktivitäten oder Reaktionen zu erwarten seien, könne ich doch sicher sein, daß sie nicht teilnahmslos sei, sie werde sich nicht ablenken, sondern ganz bei mir sein, alles genau erleben, was passieren werde, ich solle ihr nur vertrauen, es werde alles gut werden, auch wenn sie dabei keine Lust empfinde, bedeute es für sie sehr viel.

Sie dreht sich mit mir, so daß ich jetzt auf ihr liege, sie spreizt und winkelt ihre Beine etwas an, eine ihrer Hände wandert zwischen unsere Körper, ich umarme sie, halte mich an ihren Schulterblättern fest. Ihre Hand gleitet in meine Schlafanzughose und streichelt ganz sanft und vorsichtig Penis und Hodensack. Mein Glied ist bereits extrem steif und allein der Gedanke, gleich mit ihr zusammen zu sein, hat mich bereits stark erregt. Sie legt nun ihre Beine um die meinen, zieht dabei meine und ihre Schlafanzughose herunter und führt meinen Penis zwischen ihre Schamlippen, dann umarmt sie mich mit beiden Armen.

Gleichzeitig spüre ich eine Anspannung ihres Unterleibes. Vorsichtig beginne ich, mit dem Penis in sie einzudringen, spüre dabei, daß es in der gesamten Muskulatur ihres Beckenbodens zu einer kräftigen Kontraktion gekommen ist. Ich überlege, ob ich weitermachen soll, da sie aber nichts sagt, entschließe ich mich dazu, möglichst langsam und vorsichtig, wobei ein deutlicher Widerstand durch die Kontraktion der Muskeln zu überwinden ist. Offenbar ist sie aber irgendwie in der Lage, intuitiv oder gezielt die Intensität dieser Reaktion gerade so zu kontrollieren, daß ich weiter und dann völlig in sie eindringen kann.

In dem Moment, wo das geschehen ist, entspannt sich ihre Beckenbodenmuskulatur so weit, daß die Bewegungen gut ausführbar sind und starke Reize ausüben, gleichzeitig pressen sich aber ihre Arme und Beine so fest um mich, daß ich nur noch in der Lage bin, zu atmen und diese Bewegungen auszuführen. Ich beginne erst vorsichtig mit sanften harmonischen Bewegungen, deren Intensität und Frequenz ich zügig steigere. Mit zunehmender Erregung atme ich schneller, auch ihr Brustkorb bewegt sich schneller, sie paßt sich meinem Atemrhythmus an, atmet jedoch genau im Gegentakt. Meine Bewegungen werden immer intensiver und heftiger, verlieren schließlich ihre Regelmäßigkeit, bis es zur Ejakulation kommt.

Danach liege ich mit offenem Mund atmend in ihren Armen, ihre Umklammerung wird sofort noch stärker, so daß ich mich überhaupt nicht mehr bewegen kann, die Kontraktion ihrer Beckenmuskulatur wird so stark, daß eine Bewegung unmöglich wird, ohne daß ich ihr oder mir dabei weh täte. Wir atmen noch im Gegentakt, das einzige, was bei ihrer Umklammerung im Moment noch möglich ist. Hat sie bei dem Geschehen einen Krampf bekommen? War das doch alles zu viel für sie? Wir verharren still in unserer engen Umklammerung.

Erst als sich Puls und Atmung wieder annähernd normalisiert haben, lockert sie die Umarmung etwas, sie flüstert nur "gut" und entspannt sich dann über einen relativ kurzen Zeitraum völlig, ihre Beine lösen sich von den meinen, wir drehen uns zur Seite, lösen uns voneinander, mit einer Hand zieht sie unsere Schlafanzüge wieder in die richtige Position, umarmt mich daraufhin wieder, dieses mal jedoch ganz sanft und zärtlich.

Sie möchte wissen, ob ich ganz zufriedengestellt sei, worauf ich antworte, für mich allein sei es gut gewesen, doch wenn sie ganz dabei gewesen wäre, wäre es sicher erheblich schöner gewesen. Die heftige Umklammerung sei gleichzeitig sehr erregend und doch auch etwas beängstigend gewesen. Sie meint, sie habe das nicht komplett unter Kontrolle, etwas schon, aber wir könnten ja noch reichlich üben. Was ihre Empfindungen, ihre sexuelle Entspannung anbelange, daß wir das irgendwann auch noch hinbekommen würden, ich solle da nicht ungeduldig werden, für heute sei sie aber mit sich ganz zufrieden, sie habe sich ganz auf mich konzentrieren können, alles, was vorgegangen sei, deutlich wahrgenommen. Sie habe befürchtet, daß es in ihr einen unwillkürlichen Widerstand geben werde, hätte sogar Schmerzen dabei akzeptieren wollen, nur um mit mir so zusammen sein zu können, doch habe sie ihre Körperreaktionen dann doch ganz gut unter Kontrolle gehabt, den Widerstand, den ich sicher gespürt hätte, erste Anzeichen einer allerdings zu erwartenden Panik, habe sie dann wenigstens ungefähr ganz gut rechtzeitig reduzieren und gar dosieren können, auch um bei mir eine schnelle Reaktion zu ermöglichen. Sie habe glücklicherweise überhaupt keine Schmerzen gehabt, zwar auch keine Lust empfunden, das hänge aber wohl damit zusammen, daß sie diese Sperre im Kopf noch nicht überwunden habe. Ihre Gefühle seien noch blockiert, statt sich einfach in die Situation fallen lassen zu können und das Erlebnis zu genießen, benötige sie noch ihren Willen und Konzentration, um so mit mir zusammenzusein. Das werde sich aber noch ändern, hoffe sie, denn wenn sie mit J. zusammen sei, gebe es diese Sperre im Kopf nicht, dann empfinde sie auch bei geringen Reizen sehr viel. Sie hoffe, sie glaube, daß uns das in näherer Zukunft auch gelingen werde, bei ihr eine Reaktion hervorzurufen, wenn uns eine weitere Annäherung gelinge.

Vorhin habe sie sich ganz auf mich konzentriert, auf meine Bewegungen, meine Reaktion, sie habe alles genau registriert, das erste Mal, daß sie zugelassen habe, daß jemand in ihre Vagina eindringe, meine Bewegungen, dann zum Schluß die Ejakulation, deutlich habe sie sogar das Herausschießen des Spermas wahrgenommen. Das habe sie beinahe erneut in Panik versetzt, aber es sei ihr gelungen, sich zu fangen und nicht komplett zu verkrampfen. Denn eigentlich habe sie es ja genießen wollen, mir so nahe zu sein, mich in sich zu spüren. Meinen Orgasmus in sich zu spüren, sei dann doch ein sehr heftiges Erlebnis gewesen. Aber genau das habe sie spüren wollen, habe mit mir vereint sein wollen. Also alles gut, alles richtig.

Daß sie das alles so genau habe wahrnehmen können, womit es ihr immerhin gelungen sei, daß dabei die Verbindung zwischen Hirn und Körper nicht völlig blockiert gewesen sei, sei sehr wichtig für sie gewesen, ich müsse nur Geduld haben und meine Erwartungen nicht gleich von vorne herein so hochschrauben, daß wir sie nur schwer erfüllen können. Ich müsse ihr Zeit lassen, bis es ihr gelinge, ihre Reaktionen in meiner Gegenwart zuzulassen, sich mir ganz zu öffnen, mit mir glücklich zu sein, doch weitere Fortschritte müßten wir versuchen, an einem anderen Tag zu machen. Sie werde mir jedenfalls gewiß nicht verschweigen, wenn sie in der richtigen Stimmung sei, um sich ganz auf mich einzulassen, worauf ich mich ausdauernder und länger, intensiver, liebevoller um sie bemühen dürfe, um sie mehr spüren zu lassen.

Ich versichere, ich würde nicht so schnell ungeduldig werden, sie habe alle Zeit, die sie brauche, sie könne sich meiner ganz sicher sein.

Sie meint, ob wir für heute nicht versuchen sollten zu schlafen?

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