Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Entscheidung

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 1993-07-27/08-06, 2015-01-09/18

(18) Freitag Nachmittag und Abend

Als die Übung um 14:00 zuende ist, fahre ich zunächst in die Stadt und besorge eine Kleinigkeit für die beiden Damen, dann geht es wieder nach Hause, wo ich weiter an meinem Seminarvortrag arbeite, der langsam Form annimmt.

Pünktlich breche ich auf und läute an der Haustür, M. öffnet über die Gegensprechanlage. Oben angekommen umarmen wir uns zur Begrüßung, dann führt sie mich in die Küche, wo ich N. vorgestellt werde. Ich überreiche den beiden Damen die gekauften Süßigkeiten, sage zu M.: "Sweets for my Sweet" und zu beiden, es sei wirklich eine Schwester schöner als die andere, zum Glück bräuchte ich nicht wählen, so bliebe es mir erspart zu entscheiden, welche von beiden die Schönere sei, dabei lächele ich ironisch und beide sind sichtlich amüsiert über meine Interpretation des Charmeurs. Zum Abendbrot gibt es einen vegetarischen Salat am festlich gedeckten Tisch. Wir unterhalten uns.

N. wiederholt noch einmal, was sie schon vorher zu M. gesagt habe, als ich noch nicht dagewesen sei: Sie sei doch etwas überrascht von ihrer Schwester gewesen, die nun plötzlich aus heiterem Himmel praktisch über Nacht eine Beziehung eingehen wolle, nachdem was sie zunächst mit den Jungs angestellt habe, wovon M. mir ja erzählt habe, dann die lange Pause, seit sie mit dem Studium begonnen habe, und nun wolle sie plötzlich die große Liebe. Allerdings halte sie M.s Vorstellung von einer Beziehung für ziemlich unrealistisch, mir sei ja immerhin zugute zu halten, daß ich da offenbar etwas skeptischer sei. Es sei doch aber im wirklichen Leben so, daß es äußerst selten passiere, daß man sich Hals über Kopf verliebe und das bis zum Ende seines Lebens halte. Irgendwann fielen einem von uns an dem anderen irgendwelche Kleinigkeiten auf, die ihm absolut nicht paßten, dann komme es zu Streit um Dinge, die es nicht Wert seien, es würden Vorwürfe gemacht über Ereignisse, die längst vergessen oder verarbeitet schienen, man wisse meist selbst nicht genau, warum das alles plötzlich so wichtig sei. Wenn man dann noch nicht verheiratet sei, ginge man dann in der Regel sehr schnell auseinander und suche sich einen neuen Partner. Die Verheirateten würden immer heftiger streiten, gegebenenfalls wegen der Kinder sich noch eine Weile weiterquälen, doch irgendwann sei es endgültig vorbei. Diese Enttäuschungen könne sie M. nicht ersparen, doch wenn eine Beziehung zu Bruch gehe, von der M. geglaubt habe, es sei die ewige Liebe, sei das eine noch schwerere Enttäuschung, und sie möchte gerne, daß wir das realistisch sehen, damit wir später nicht unnötig mehr litten als unbedingt notwendig. Sie habe M. schon gefragt, die ihr gesagt habe, daß wir bisher noch keinen Sex miteinander gehabt hätten, sie rate uns, unseren Spaß miteinander zu haben, solange wir noch glücklich miteinander seien, wer weiß, vielleicht dauere es ja doch länger und wenn wir viel Glück hätten, blieben wir sogar zusammen, doch jetzt schon zu sagen: Das ist es, vor allem, da sie wisse, daß M. noch keine Erfahrungen mit richtigen intimen Beziehungen habe, doch sie wolle ja immer alles perfekt machen, dabei sei es gut möglich, wenn sie sich so bedenkenlos darauf einlasse, daß sie ein Scheitern später um so härter treffe. Sie sei ja weit davon entfernt, mir unterstellen zu wollen, es nicht mit M. ernst zu meinen, aber wir müßten doch einsehen, daß nur eine kleine Chance bestehe, daß unsere Liebe auf Dauer funktioniere!

Ich werfe ironisch ein: "Wer nichts wagt, der nicht gewinnt!"

Sie lacht, aber nicht auf Kosten von M., die darauf meint, es freue sie ja, daß N. sich so um sie sorge, doch sei sie schon in der Lage, selbst die Risiken zu sehen, natürlich könne man vorher nie so genau wissen, was passieren werde, doch liege es ihr eben nicht, so zahlreiche Erfahrungen wie N. zu machen, außerdem scheine es ja nicht so zu sein, daß sie aus dem Scheitern ihrer vielen Beziehungen wesentlich gelernt habe, zumindest was die Haltbarkeit einer Beziehung anbelange, seien keine Lehren aus den bisherigen Trennungen zu erkennen.

N. meint, wenn sie von vorne herein nicht allzu viel in den Mann investiere, sei später auch die Enttäuschung nicht so groß, mit den meisten habe sie nur Sex, Liebe sei da nicht dabei, mit denen wolle sie einfach nur Spaß haben, wolle ihre Befriedigung haben. Der Mann müsse sich da nicht zum phantastischen Liebhaber aufspielen, nicht etwas leisten, es solle ja für beide ein intimes Vergnügen sein und keine öffentliche Demonstration von Fähigkeiten. Wenn sie sich in einen verliebe, eine Beziehung zustande käme, hinge sie sicher mehr an ihm, doch halte sie immer so weit Distanz, daß sie jederzeit wieder aussteigen könne, ohne allzu zu leiden, vielleicht entgehe ihr dabei die ganz große Zweisamkeit, doch dafür werde sie ihr Sexualleben auch nicht in große Krisen stürzen. Wenn wir hingegen unserer Beziehung eine so große Bedeutung zusprächen, werde die Enttäuschung um so größer sein, wenn es nicht klappe. Aber vielleicht habe M. ja auch Glück und habe endlich jemanden gefunden, der zu ihren Ideen ganz gut passe, ich scheine ja Rücksicht auf sie zu nehmen. Immerhin sei es für M. auch wichtig, überhaupt erst einmal zu riskieren, eine Beziehung einzugehen, denn was sie früher getan habe, sei ja auf Dauer nicht sehr befriedigend. Wenn sie jetzt zu mir Vertrauen habe, sei das schon ein Fortschritt.

Ich meine daraufhin zu N., das höre ich aber ein wenig feige an, lieber nichts zu riskieren und es dafür bei Belanglosem zu belassen. Sei das auf Dauer nicht auch unbefriedigend? M. hakt auch gleich nach und will von ihr wissen, wie es mit P. stehe, ob sie da nicht vielleicht doch mehr investiere?

N. wiegt den Kopf und meint bezogen auf meine Frage, den Stein der Weisen habe sie leider auch nicht gefunden, aber auch wenn man vielleicht etwas feige sei, so könne die Strategie doch auch durchaus ihre befriedigenden Aspekte haben. Zu M.s Frage meint N., sie habe P. gleich von Anfang an gesagt, daß sie nicht auf eine lange Beziehung aus sei, sie wolle nur ihren Spaß haben. P. sei ja sehr zurückhaltend, sie habe nicht gedacht, daß es mit ihm lange dauern werde. Es habe sich aber gezeigt, daß sie im Bett ganz gut miteinander zurechtkämen, er habe schnell gelernt, sich auf sie einzustellen, umgekehrt sei es auch ziemlich problemlos für sie gewesen. Er sei zwar kein leidenschaftlicher Liebhaber, aber man könne sich auf ihn verlassen, auch im Bett bemühe er sich sehr um sie. Er bevorzuge es natürlich, selbst der aktive Teil zu sein, dann zu tun, was dabei am leichtesten für beide zum Erfolg führe, doch wenn sie wolle, könne auch sie ab und zu die Initiative übernehmen, etwas Ausgefalleneres ausprobieren. Seine Ruhe und Gelassenheit sei allerdings für sie auf die Dauer nicht ganz leicht zu ertragen, auf Ausgleich bemüht, gelinge es ihm, jeden Streitversuch schnell zu schlichten, wobei er seine eigene Meinung nicht einmal zurückzustecken brauche. Hin und wieder brauche sie da schon Abwechslung, aber das müsse sie ihm ja nicht auf die Nase binden, außerdem habe sie ihm nicht versprochen, treu zu sein, auch verlange sie das nicht von ihm. Die nötige Distanz sei ja schon durch die getrennten Wohnungen gewahrt, sie könne sich jederzeit zurückziehen, so daß das meistens gar nicht mehr nötig sei, es reiche die bloße Möglichkeit. Sie sei ja doch oft bei ihm, es sei ihr selbst etwas unheimlich, doch eigentlich habe sie sich ziemlich an ihn gewöhnt, an seine Eigenarten, seine Person. Vielleicht riskiere sie da ja diesmal wirklich mehr und sei nicht mehr so feige, vielleicht...

Der gemeinsame Urlaub sei auch so ein Experiment gewesen, erstaunlicherweise sei es sehr gut gelaufen, obwohl sie nicht daran geglaubt habe, doch sie müsse zugeben, mit diesem Urlaub habe P. eine gute Idee gehabt. Heute werde er übrigens nicht mehr kommen, erst morgen zum Frühstück, aber nachdem sie es den ganzen Urlaub miteinander ausgehalten hätten, hätten sie beide schon eine kleine Pause verdient.

Ob sie P. liebe, will ich wissen; N. ist amüsiert, sie habe sich sicher schon ein paar Mal verliebt, doch vielleicht laufe es mit P. gerade deshalb so gut, weil sie ihn eigentlich immer nur gemocht habe, keine dramatische Leidenschaft, keine großen Gesten, keine übermäßige Aufwallung der Gefühle, nicht einmal etwas davon gespielt. Eigentlich sei er sowohl Freund als auch Liebhaber. Zwar könne man mit ihm nicht alles besprechen, doch man könne immerhin schon über sehr viel mit ihm reden. Solange er sich mit dem status quo abfinde, sehe sie keinen Grund, warum es mit ihm nicht weitergehen solle. Die Typen, die sie früher abgeschleppt habe, seien da schon anders gewesen, sie hätten ihr schon immer gut gefallen müssen, und es habe mehr passieren müssen, als zwischen ihr und P. passiert sei, als sie ihn kennengelernt habe. Sie habe ja schon gesagt, sie messe dem aber keine so große Bedeutung wie M. bei, es müsse nicht Liebe sein, um es miteinander zu treiben, auch nicht, um glücklich zu sein, ob nun mit oder ohne feste Beziehung.

M. schlägt vor, sie solle doch einmal von ihren Erfahrungen ein paar Beispiele erzählen, wenn sie es schon so gut mit ihr meine, schließlich müsse man nicht alle Erfahrungen selbst machen, um daraus zu lernen. Sie könne doch erzählen, wie ihre ersten Erfahrungen gewesen seien, bisher habe sie ihr nichts darüber erzählt. Seit sie zusammen wohnten, habe sie ja manchmal erzählt: Der sei gut im Bett gewesen, der ein totaler Reinfall, doch wie es eigentlich zu ihrem nun schon enormen Männerverschleiß gekommen sei, habe sie bisher verschwiegen, sie könne das doch nicht nur getan haben, um ihren Vater zu ärgern, und wenn doch, dann habe sie das doch jetzt nicht mehr nötig.

N. lacht etwas verlegen, immer wolle M. etwas lernen, statt eigener Erfahrungen andere Menschen ausfragen oder Bücher zum Thema lesen, Meinungen hören. Ihre Einstellung dazu sei eigentlich rasch zitiert:
die geschichte ist langweilig und immer dasselbe
die bücher zum thema sind auch nicht das gelbe
.

Ich kenne das Zitat, werfe ein: "fehlfarben?!"

Sie lacht, nickt, schon mache sich der Altersunterschied zu M. bemerkbar, die mit dem Zitat offenbar nichts anfangen kann.

Doch N. kommt zum Thema zurück, also gut, sie werde ein paar Sachen erzählen, von Anfang an:

Die ersten Erfahrungen habe sie allein gemacht. Zum eigentlichen ersten Mal könne sie erzählen, sie sei damals in eine Clique geraten, die hätten von freier Liebe geredet (auf dem Lande passiere soetwas eben mit einigen Jahren Verspätung) und hätten mit den tollsten Abenteuern geprahlt. Sex sei das Gesprächsthema gewesen, da sie habe dabei sein wollen, habe sie einfach ein paar Geschichten erfunden, um nicht ganz unerfahren dazustehen. Der, der ihr besonders gefallen habe, habe bei den Mädchen, die es schon mit ihm gemacht hätten, einen Ruf als guter Liebhaber gehabt. Als sie ihn dann allmählich für sich habe interessieren können, sei sie schon ziemlich in ihn verliebt gewesen. Da habe es natürlich die Schwierigkeit gegeben, daß er entdeckt hätte, daß ihre Geschichten nur erfunden gewesen seien. Das habe sie verhindern wollen, deswegen habe sie es eines nachts selbst gemacht. Ihm habe sie gesagt, sie möchte noch ein paar Tage warten, weil sie die Regel habe, was sogar gestimmt habe. Nachdem sie sich selbst befriedigt habe, habe sie mit den Fingern das Häutchen erst gedehnt und dann eingerissen, da sie dabei selbst alles habe kontrollieren können, wie und in welchem Tempo das vor sich gegangen sei, habe sie nicht allzu viel gespürt, alles kein Drama, viel sei da sowieso nicht zu tun gewesen, so ein durchschnittlicher Penis hätte da wohl sowieso schadlos durchgepaßt, wenn sie das im Nachhinein so überlege. Es habe auch kaum geblutet und schnell sei die Stelle auch nicht mehr berührungsempfindlich gewesen. Als es dann soweit gewesen sei, und sie mit ihm im Bett gelegen habe, sei sie natürlich etwas nervös gewesen, was auf sie zukomme, ob es anders sei als alleine, ob er nicht an ihrem möglicherweise ungeschickten Verhalten bemerken werde, daß es für sie das erste Mal sei, doch habe er von selbst die aktivere Rolle übernommen, sei so lieb und zärtlich gewesen, daß alles wie von selbst gegangen sei, sie habe ihn einfach machen lassen, und es sei gut gewesen, wunderschön, wirklich besser als allein. Sie hätten es sogar an ein paar weiteren Tagen gemacht, doch dann habe er gemeint, sie solle sich nicht so an ihn hängen und sei mit einer anderen abgezogen. Sie sei sehr enttäuscht gewesen, habe sich darüber geärgert, habe sich dafür rächen wollen und habe all ihren Mut zusammengenommen und noch am gleichen Abend einen anderen abgeschleppt. Der sei nicht besonders geschickt gewesen, und so habe sie weitergesucht und nun zu jedem Distanz bewahrt, schließlich habe auch der erste ihr vorher gesagt, das es nur ein kurzes Abenteuer sein werde. Na jedenfalls ob lang oder kurz, geschickt oder nicht, viel Erfahrung hin und her, wenn es in Kopf passe, sei es eigentlich nie eine Katastrophe gewesen, jedenfalls solange sie keine übersteigerten Erwartungen gehabt habe oder sich trotz besseren Wissens eingeredet habe, das könne mehr als ein kurzer Spaß sein.

Mit dem Vater habe das nur bedingt zu tun gehabt, sicher habe sie ihn auch provozieren wollen, als sie dann so auffällig mit allen möglichen Typen herumgezogen sei, doch wenn sie mit einem ins Bett gegangen sei, dann vor allem, um ihren Spaß zu haben, um auf ihre Kosten zu kommen.

M. fragt, warum aber immer neue Männer?

N. meint, zuerst habe sie möglichst viele Erfahrungen sammeln wollen, habe in Erfahrung bringen wollen, wie es für sie am besten, am schönsten sei, habe auch verschiedene Vorlieben bei Männern festgestellt und wie die es gerne haben. Obwohl sie eigentlich immer gerne auf deren Techniken eingegangen sei, um Abwechslung zu haben, um weitere Möglichkeiten kennenzulernen, habe es sie auch immer geschätzt, wenn der Mann sie nach ihren Vorlieben gefragt habe oder es versucht habe, herauszufinden. Mit der Zeit habe sich natürlich auch viel wiederholt, und der Reiz des Neuen sei bald verlorengegangen, es sei ihr dann mehr darauf angekommen, daß es beiden Spaß mache, ihre Lust befriedigt werde, daher sei sie auch wählerischer geworden, habe genauer versucht zu prüfen, ob es sich lohne, zumal ein ungeschickter Partner ja auch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko bedeute.

Die Männer seien letztlich im großen und ganzen immer die gleichen Typen gewesen, im wesentlichen drei:

Zunächst sei da der Typ, der sich ungeheuer toll vorkomme, mit seinen Eroberungen prahle, im Bett habe er allerdings nur Interesse an seiner Befriedigung. Das sei frustrierend, wenn er fertig sei, falle er auf den Rücken und schlafe ein, die Frau müsse es dann bei sich selbst zuende bringen, weil er sich nur um sich gekümmert habe. Wenn man sich in so einen verliebe, könne man höchstens zu erziehen versuchen, das gelinge natürlich höchstens, wenn ihm etwas daran liege, weiter mit der Frau zusammen zu sein. Wenn die Frau etwa sehr gut aussehe, so daß er sich mit ihr schmücken könne, dann könne es gut sein, daß sie ihn sich angeln könne, ob es jedoch gelinge, einen besseren Liebhaber aus ihm zu machen, sei fraglich. Er sei der Typ, der nur vor Freunden prahlen möchte, wie gut und mit was für tollen Frauen er es schon getrieben habe, was für ein toller Mann er sei. Für sie zumindest sei es da natürlich vorteilhaft, solche Typen zu erkennen, bevor sie sich mit ihnen einlasse, denn eigentlich habe sie keinen Bedarf, dumme, ungeschickte Burschen zu erziehen, gut ab und an sei das schon in Ordnung, sei eben nur dumm, wenn man gerade in dem Moment mehr erwartet habe. Wenig Erfahrung, wenig Geschick sei da selbst kein Problem, nur fehlende Rücksicht gehe da komplett an ihrem Geschmack vorbei.

Der zweite Typ sei in gewisser Weise genau das Gegenteil, sein Hauptanliegen sei es, die Frau glücklich zu machen, es sei ihm wichtiger, daß sie einen phantastischen Orgasmus durch ihn habe, als seine eigene Befriedigung. Er laufe zur Hochform auf, und wenn sie möchte, versuche er, sie zu multiplen Orgasmen zu bringen oder sonst etwas zu tun, damit er in ihren Augen der größte Liebhaber sei, den sie je gehabt habe. Wehe aber, er bekomme Selbstzweifel, dann sei er dem Leistungsdruck, unter den er sich selbst gesetzt habe, bald nicht mehr gewachsen, dann bekomme er Angst, die Frau nicht mehr befriedigen zu können, was wieder dazu führen könne, daß er keine Erektion mehr bekomme - sein psychischer Untergang. Solange er aber seiner Fähigkeiten sicher sei, denke er mehr an die Frau als an seine eigene Befriedigung, die eher nebenbei passiere, ohne daß er sie eigentlich richtig genießen könne, weil er schon wieder damit beschäftigt sei, was nun weiter passieren sollte. Er lege Wert darauf, daß ihm gesagt werde, wie gut er gewesen sei, wie gut er die Frau befriedigt habe, nach Möglichkeit möchte er für seine Künste im Bett auch öffentlich gelobt werden, so werde der Geschlechtsakt für ihn zur Leistung, zur Demonstration seiner Fähigkeiten, statt zu einem intimen Erlebnis zwischen zwei Menschen, welches einfach Spaß machen solle. So habe man zwar seinen Spaß mit ihm im Bett, doch sollte die Frau das Pech haben, sich in ihn zu verlieben, so müsse sie es ertragen, daß er immer für seine Sexkünste bewundert werden wolle. Wolle man ihn gar ganz für sich gewinnen, werde das sehr schwierig werden, denn er wolle ja 'alle Frauen glücklich machen'. Er sei der Typ, der damit prahle, wie gut er Frauen befriedigen könne, was für ein toller Liebhaber er sei. Er sei bereit, für jede einigermaßen attraktive Frau seinen Freudenspender auszupacken, um ihr Orgasmen zu verschaffen. Gut, sofern es kein Blender sei, der hinsichtlich seiner Fähigkeiten einer eklatanten Selbsttäuschung unterliege, sei der Typ für sie oft gar nicht schlecht, jedenfalls kurzfristig, was für sie ja durchaus relevant sei.

Für den dritten Typ sei der Geschlechtsverkehr eigentlich nur ein Geschäft. Statt des Austauschs von Waren hier der Austausch von Intimitäten. Der ehrliche Geschäftsmann sei darum bemüht, einen fairen Handel durchzuführen, sowohl er als auch die Frau sollen gleichermaßen Spaß haben. Man könne natürlich auch an den Typ geraten, der versuche, mehr zu bekommen, als er zu bieten habe oder möglichst wenig für das zu geben bereit sei, was er bekommen habe. Für den Geschäftsmann sei Sex nur ein Geschäft unter anderen Geschäften, eine angenehme Nebensache. Wenn sich die Frau in einen fairen Geschäftsmann verliebe, könne sie zwar in der Regel im Bett mit ihm zufrieden sein, auch neige er nicht gerade dazu, anderen Frauen seine Aufmerksamkeit zu schenken, es sei denn, es biete sich ein erheblich besseres Geschäft an. Außerdem müsse sich die Frau mit der Nebenrolle der angenehmen Feierabendbeschäftigung abfinden. Der unfaire Geschäftsmann sei natürlich eine sehr schlechte Wahl für eine Beziehung, da man letztlich nur gezielt ausgenutzt werde. Für sie gehe der Typ auch oft in Ordnung. Der kümmere sich auch um eigene Angelegenheiten, da blieben genug Freiräume. Darauf könne man aufbauen.

Ich gebe zu bedenken, daß es doch sehr darauf ankomme, was man vor dem intimen Kontakt ausgemacht habe oder wovon man aufgrund der Vorgeschichte ausgehen könne, welche Vorstellungen wohl vorlägen, danach bestimme sich doch, welche Position man dem anderen gegenüber einnehme. Wenn von vorne herein klar sei, daß es sich um einen 'one-night-stand' handele, sei es doch eindeutig so, daß beide beim Sex nur ihren Spaß haben wollen. Beide seien nur zu einem Abenteuer bereit, um ihren Sexualtrieb zu befriedigen. Das 'Geschäft' sei dann effektiv, wenn beide einen Sexualpartner suchten, um durch den anderen Befriedigung zu erlangen. Wenn beide die Zeit sparen wollten, die sie benötigten, um für ein schnelles Abenteuer, welches nur der Befriedigung dienen solle, immer wieder einen neuen Partner zu finden, sei es effektiv, die Partnerschaft für längere Zeit einzugehen. Dabei falle natürlich die Abwechslung weg, die man habe, wenn man jedes Mal einen neuen Sexualpartner habe. Wenn man sich verliebe, messe man dem Geliebten natürlich eine größere Bedeutung zu als bei dem bisher geschilderten Verhalten den Sexualpartnern. Man wolle den anderen wirklich kennenlernen und mehr mit ihm anfangen, als nur Geschlechtsverkehr mit ihm zu haben, auch wenn es oft nicht gelinge, das 'Verliebtsein' zur Liebe zu machen.

N. meint, es sei doch aber so, daß die Interessen der beiden Partner nicht immer gleich seien. Vielleicht sei sie schon verliebt, während er nur ein schnelles Abenteuer wolle. Wenn er es ihr sage, werde sie nicht mit ihm ins Bett gehen, also werde er etwas vortäuschen, werde sogar bereit sein, ihr für ein paar Tage den Verliebten vorzuspielen, wenn er meine, daß es sich für ihn lohne. Dann werde er sie vernaschen, und wenn er genug von ihr habe, werde er sie einfach fallenlassen. Oder sie verliebe sich in einen 'Geschäftsmann', es sei ihr vielleicht sogar klar, daß sie für ihn nie im Mittelpunkt stehen werde, dennoch gehe sie auf sein Angebot ein, weil sie vielleicht der Illusion erliege, sie könne ihn ändern, oder sie gehe darauf ein, weil sie ihn einfach brauche oder sonst leiden müsse. Oder sie verliebe sich in einen, der sie nur haben wolle, um ein gesellschaftliches Aushängeschild zu haben, weil man für eine bestimmte Position eben mit einer Frau angemessenen Aussehens verheiratet sei. So werde sie ausgenutzt, ohne etwas dafür zu bekommen.

Ich frage: Und wenn es umgekehrt sei, er sich verliebt habe, aber sie nicht? Oder wenn sie sich absichtlich und ohne sein Wissen von ihm schwängern lasse, obwohl er das nicht wolle, um ihn an sich zu binden.

N. erwidert: Letzteres sei in einer Beziehung auch umgekehrt möglich, er tausche die Pillen gegen Placebos aus, damit sie ein Kind bekomme und ihren Beruf aufgeben müsse, durch das Kind an ihn gebunden sei, weil sie vielleicht eine Abtreibung weniger verkraften könne als die vorübergehende Aufgabe des Berufes, was er dann zu einem Dauerzustand zu machen trachte, um sie von sich abhängig zu machen. Aber alles, was sie gesagt habe, könne man sicher auch sinngemäß umdrehen. Doch wenn man eine gewisse Distanz bewahre, könne man sich weitgehend vor allzu großen Enttäuschungen schützen, meint N..

M. wirft ein, dann könne man aber auch das alles nicht mit voller Intensität erleben, bei geringem Einsatz sei der mögliche Gewinn auch entsprechend kleiner, es laufe darauf hinaus, daß man nur seinen Sexualtrieb befriedige, doch so könne es keine Liebe geben, nur Sex, das könne sie nicht ertragen, sie könne sich nicht vorstellen, einfach so für diesen Trieb zu leben, nur diesem immer hungrigen Tier sein Futter zu liefern, ohne in aller Ruhe diese Lust auch genießen zu können, sie wolle auch Gefühle erleben, wolle Liebe. Ohne Liebe wolle sie keinen Sex, nach dem Orgasmus sei das dann doch nur frustrierend.

N. lacht: Die Traurigkeit nach dem Coitus? Sie wünsche M., daß ihre Wünsche erfüllt werden. Sie glaube ja, daß ich mich ernsthaft um M. bemühe, doch sei sie sich nicht sicher, daß es deshalb bei uns erheblich länger dauern sollte als bei anderen, vielleicht ein halbes Jahr, ein Jahr, zwei? Was passiere, wenn ich mit dem Studium fertig sei? Vielleicht würden wir ja sogar heiraten, Kinder kriegen, uns gegenseitig anschreien bis zur Scheidung, dann der Streit um die Kinder, überhaupt: Kinder haben in dieser Welt?

M. meint, wenn niemand mehr Kinder haben wollte, gebe es keine Zukunft, auch wenn sie jetzt noch keine Kinder wolle, sie könne sich nicht vorstellen, irgendwann alt zu sein und keine Kinder zu haben, mit denen es irgendwie weitergehe.

N. tut kund, sie sei noch von der Reise müde, wolle schon zu Bett gehen, außerdem werde P. morgen früh um 9 Uhr zum Frühstück kommen, sie müsse vorher noch Brötchen besorgen, fragt, wie viele wir wollten. Sie werde uns rechtzeitig wecken, wenn uns das recht sei? M. stimmt zu.

Ich bin dann der letzte, der ins Bad geht. Als ich in M.s Zimmer komme, liegt diese schon im Nachthemd im Bett. Sie mischt die Karten schon, ich sei doch einverstanden? Ich nicke, lege mich zu ihr ins Bett. Sie hält mir die Karten hin, ich ziehe, auch diesmal keinen Joker, ich lege die Karten weg, schalte das Licht aus, M. schmiegt sich an mich, unsere Zungenspitzen streichen über unsere Wangen, treffen sich vor unseren Mündern, spielen miteinander, unsere Lippen pressen sich aufeinander und unsere Zungenspitzen spielen in unseren Mündern ihr fröhliches, köstliches Spiel. Ich frage sie, ob sie bestimmt immer noch genau das Verfahren wolle, wenn der Joker komme, was sie festgelegt habe, ob sie nicht inzwischen lieber ein zärtliches und schönes Erlebnis als erstes Mal in Erinnerung behalten wolle, immerhin hätten wir in den letzten Tagen schon viele Zärtlichkeiten ausgetauscht und eine gewisse Vertrautheit mit den Reaktionen des anderen beginne sich auch allmählich einzustellen.

M. fragt erstaunt zurück: Die Entscheidung sei doch längst gefallen, ob ich jetzt nicht mehr zu ihr stünde?

Ich antworte, es werde passieren, was sie beschrieben habe, wenn sie das immer noch wolle, ich habe nur wissen wollen, ob sich inzwischen etwas an ihren Vorstellungen verändert habe, sie es nur nicht habe sagen wollen.

Sie verneint, es habe sich nichts an ihrer Vorstellung geändert, wenn dem so sei, werde sie es mir sicher nicht verschweigen. Zwar habe das ganze eine gewisse Bedeutung für sie, doch letztlich sei es nur ein Spiel, ich solle es nicht so ernst nehmen, es sei eine symbolische Handlung, nichts weiter. Vielleicht habe sie anfangs mehr darin gesehen, jetzt sei es nur noch ein Ritual, ein Ereignis in ihrem Leben, welches sie auf eine bestimmte Weise zelebrieren möchte. Tatsächlich, jetzt wo wir uns schon etwas kennengelernt hätten, wo sie mir schon so viel von sich anvertraut habe, habe es etwas an Bedeutung verloren, ich sei ihr schon vertraut geworden, was zu ihrem Vertrauen noch hinzukomme, daher sei es als eigentlicher Akt nicht mehr so wichtig, es trete mehr die symbolische Bedeutung, das Spiel mit Symbolen in den Vordergrund, ob ich das akzeptieren könne?

Ich erwidere: Ja, das sei noch eher zu akzeptieren als ihre erste Begründung, ein Spiel könne man mitspielen, ohne es ganz verstehen zu müssen, wenn sie mich darum bitte. Etwas, was für sie von elementarer Bedeutung sei, müsse ich auch ganz zu verstehen versuchen, wie das bei ihrer ersten Begründung der Fall gewesen sei. Damit ist sie zufrieden.

Sie meint zu dem Gespräch mit N., sie habe geahnt, daß N. P. nichts von ihren kleinen Affären nebenbei erzähle. Sie könne sich nicht vorstellen, einen anderen zu haben, solange sie mit mir zusammen sei, das könne sie nicht ertragen. Wie das Verschweigen einer Affäre zu bewerten sei, sei sie nicht sicher, einerseits erspare man dem anderen unnötiges Leiden, wenn es nur ein bedeutungsloses Abenteuer gewesen sei, andererseits störe das Abenteuer die Intimität der Beziehung und man habe das Vertrauen des anderen mißbraucht, das könne man nicht verschweigen, könne nicht einfach so tun, als ob nichts passiert sei, man müsse dem Partner doch mitteilen, was man getan habe, sonst sei die Beziehung durch das schlechte Gewissen belastet, ohne daß der Partner auch nur die Ursache dafür wisse.

Ich sage, ich könne sie mir nur schwer vorstellen als eifersüchtige Furie, wenn ich ihr erzählte, ich hätte den Reizen einer anderen nicht widerstehen können, hätte mit ihr Verkehr gehabt, obwohl ich auch nicht glaube, daß das passieren werde.

Sie lacht, sie hätte ja eigentlich keine Besitzansprüche auf mich, doch leiden würde sie schon. Wenn es für mich keine Bedeutung gehabt habe, werde sie das wohl schließlich hinnehmen, sie hätte jedoch Angst, das Vertrauen in mich zu verlieren. Was noch schlimmer sei, wenn sie irgendwie herausbekäme, daß ich ihr soetwas verschwiegen hätte, wie könnte sie mir da noch weiterhin vertrauen?

Ich versichere ihr, es werde nicht passieren.

Ihre Nasenspitze streicht sanft über mein Kinn aufwärts über meinen Mund, meine Nasenspitze und meinen Nasenrücken, über die Stirn hinauf zum Haaransatz, ich spüre den Luftzug ihrer Atmung auf meiner Haut. Zärtlich berühren ihre Lippen meine Stirn und wandern über die Schläfe zu meinem Ohr, ihre Zähne knabbern spielerisch am Ohrläppchen, während meine Hände ihren Rücken durch das Nachthemd massieren.

Sie möchte gerne von mir wissen, wie es für mich sei, was ich beim Orgasmus empfinde. Das sei etwas, was sie trotz der Versuche mit den anderen nicht herausgefunden habe und auch nicht zu fragen gewagt habe.

Ich antworte, das könne ich nicht in Worte fassen, ich könne zwar versuchen zu beschreiben, was passiere, doch eine Wiedergabe des eigentlichen Erlebnisses sei wohl kaum möglich. Vermutlich habe sie die profanen Fakten ja ohnehin bereits irgendwo gelesen: Beim Höhepunkt werde wohl dem Hirn einen Moment lang die Sauerstoffzufuhr abgedreht, dadurch setze offenbar für diesen Augenblick das Denken aus, was in ihrem Vokabular als die Vereinigung vom Ich mit der Welt bezeichnet werde, dabei sei es wohl so, daß durch die mangelnde Sauerstoffzufuhr das Ich-Bewußtsein einfach für ganz kurze Zeit aussetze. Außerdem würden im Hirn euphorisierende Stoffe während des Verkehrs freigesetzt, was zu einem milden, rauschartigen Zustand führen könne. Direkt nach der Ejakulation sei dann eine gewisse Erleichterung und je nach Intensität eine mehr oder weniger große Befriedigung spürbar.

Sie erwidert, ja, diese Beschreibung sage nur, was biochemisch und phänomenologisch vorgehe. Die Erklärung, daß das Einssein mit der Welt nur durch mangelnde Sauerstoffzufuhr des Hirns zustande komme, sei völlig desillusionierend und wieder eine von meinen frechen Provokationen, an die sie sich aber schon zu gewöhnen beginne. Das sei ja nicht, was ich erlebe, sondern nur was biochemisch vorgehe.

Ich meine, sie solle sich nur nicht provozieren lassen, doch wie solle ich beschreiben, was man nur erleben könne, wie aussprechen, was nur ein Moment des Erlebens sei. Während es passiere, könne man nicht denken und somit nicht beschreiben, was man erlebe, danach erlebe man es aber nicht mehr und könne so nicht mehr erzählen, was man erlebt habe, da es vorbei sei. Sie habe doch selbst gesagt, niemand könne erleben, wie es sei, sie zu sein, wie könne ich ihr dann mein Erlebnis meines Ichs während eines Orgasmus vermitteln? Wenn ich sie frage, wie es bei ihr sei, könne sie mir präzise sagen, was sie dabei erlebe?

Sie gibt zu, ihre Frage sei unüberlegt gewesen, zwar könne sie über die Reaktionen ihres Körpers berichten, das Wohlgefühl der Lust, die reichliche Schleimabsonderung in der Scheide bei Erregung, die Wärme oder Hitze ihres Unterleibes, später im Moment des Höhepunktes das rhythmische Pulsieren, ein rhythmisches Zusammenziehen der Scheidenmuskulatur, bei einer starken Stimulation, also bei dem letzten Mal, als sie so intensiv an mich gedacht habe, sei es sogar zu heftigen, unkontrollierten Bewegungen des Unterleibes gekommen, anschließend habe sich in ihr eine tiefe Zufriedenheit breitgemacht, doch eigentlich gebe sie zu, man könne es nur erleben, nicht beschreiben.

Ich meine, es sei doch aber immerhin möglich, wenn wir miteinander Geschlechtsverkehr hätten, den anderen zu erleben, wie er einen Höhepunkt habe, oder wenn es gelinge, wie wir gemeinsam einen Orgasmus hätten, dann sei es auch ein gemeinsames Erlebnis, und das Erleben der eigenen Lust mische sich mit dem Erleben der Lust des anderen.

Sie stimmt begeistert zu, das werde möglich sein, es werde wunderbar sein, es sei ganz richtig: erleben. Das ich sie darauf habe hinweisen müssen.

Ich füge hinzu, damit es gelinge, müßten wir natürlich von dem anderen wissen, was ihn besonders reize, was ihm besonders gefalle, müßten mit der Zeit den anderen auch in dieser Hinsicht durch Erleben kennenlernen.

Sie meint, das sei bei ihr sicher nicht schwierig, meine Anwesenheit, meine Zärtlichkeiten, Küsse seien allein für sie schon eine starke Stimulation. Sie glaube, wenn sie es zulasse, werde sie schon zu einem Höhepunkt kommen können, nur wenn ich sie streichele, ihre Lippen, ihre Brüste mit meiner Zungenspitze liebkose, doch spüre sie in sich auch eine tiefe Sehnsucht, ganz erfüllt von mir zu sein, ganz von mir ausgefüllt zu sein, mich in sich zu spüren. Sie habe bei sich anfangs nur Schwierigkeiten gehabt, weil sie nicht offen zu ihrem Körper, zu ihren Gefühlen gestanden habe, weil sie das alles nicht habe zulassen können, es bei sich selbst unterdrückt, bekämpft habe. Als sie sich angenommen habe, sich selbst geliebt habe und ich noch hinzugekommen sei, sei es ihr leicht gefallen, sich diesen Empfindungen nicht nur zu stellen, sondern sie vorbehaltlos zu genießen, sie nicht oberflächlich von sich abprallen zu lassen, sondern sie tief in sich zu spüren. Ihr Geist habe ihren Körper wiedergefunden, auch diese Trennung sei nun von ihr überwunden.

Am Donnerstag sei ihr eine starke Stimulation gelungen, indem sie zunächst bei ihren Brüsten begonnen habe, dann die Umgebung der Clitoris hinzugenommen habe, später auch den Eingang der Vagina. Und da sie dabei auch noch intensiv an mich gedacht habe, sich mit ihrer Phantasie ganz auf mich und ihren Körper konzentriert habe, hätten bereits leichte Reize in dieser Gegend zu heftigen Reaktionen geführt. Sie glaube, es hänge bei ihr stark davon ab, daß die innere Bereitschaft da sei, es zu erleben, dann folge auch die körperliche Bereitschaft und die Fähigkeit, es ganz zu genießen und zu erleben. Sie glaube nicht, daß es Probleme geben werde, weil sie diese Lust der Befriedigung mit mir wolle, sich mit ihrem ganzen Wesen danach sehne. Ich hätte ja auch schon erlebt, wie erregt sie schon durch unsere Spiele gewesen sei, wie sie mich dann habe bremsen müssen, um es nicht einfach schon vor dem vereinbarten Termin geschehen zu lassen.

Dabei führt sie eine meiner Hände mit der ihren über ihren Körper, unter ihr hochgestreiftes Nachthemd, zu ihren Brüsten, die ich sanft streichele, dann führt sie sie tiefer über ihren Bauchnabel und den Haaransatz hinab zwischen ihre leicht gespreizten Beine. Sie führt meinen Zeigefinger sanft um ihre Schamlippen herum, während deutlich zu spüren ist, wie ihre Erregung wächst und zu hören ist, wie sie die Worte mit Mühe hervorstößt. Sie läßt meinen Finger kurz über ihre Clitoris streifen und weiter zu ihrer Vagina, in die sie meinen Finger einführt und sogar kurz das Hymen fühlen läßt. Dann führt sie meine Hand jedoch schnell wieder von dort weg in die Gegend ihres Bauchnabels und hält sie dort auf ihrem sich schwer hebenden und senkenden Körper fest.

Sie macht eine kleine Pause, um sich etwas zu beruhigen, auch jetzt wäre es mit ein paar weiteren Berührungen möglich gewesen, doch sie wolle es jetzt ja noch nicht. Was unsere späteren Aktivitäten anbelange, könnten wir alles ausprobieren, verschiedene Stellungen und diverse Reize, sie wolle gerne viel ausprobieren, um zu sehen, was uns gefalle, und um uns kennenzulernen und auch einfach, um Spaß miteinander zu haben, prinzipiell habe sie keine Bedenken oder Hemmungen mehr, dann mit mir alles Mögliche zu probieren, doch für diese Nacht sollten wir still nebeneinander liegen, unsere Nähe genießen und irgendwann in den Armen des anderen einschlafen.

Lust verkürzt den Weg.

William Shakespeare

Je seltener das Angenehme, desto größer die Lust.

Epiktet

... man soll die Lust des Liebens nicht überstürzen, sondern allmählich nur locke sie langsam hervor.

Ovid

Man kann nicht lustvoll leben, ohne zugleich vernünftig zu leben, und umgekehrt nicht vernünftig, ohne lustvoll zu leben.

Epikur von Samos

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