Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Die Krötenprinzessin
Ein Märchen für Jugendliche und Erwachsene

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 2015-07-15/08-03

8. Lagebesprechung

Morgens erwachte Paul zuerst, wusch sich draußen an der Pumpe, zog sich an, setzte Wasser für den Tee auf, ging dann zur Tür, klopfte laut vernehmlich und rief: "Guten Morgen! Aufstehen, ich mache Frühstück!"
Drinnen blieb es kurz still, dann ließ sich die leise Stimme der Prinzessin vernehmen: "Komme gleich!"
Paul wendete sich wieder den Frühstücksvorbereitungen zu und hinter ihm flitzte die Prinzessin knapp bekleidet mit ihren Sachen auf dem Arm durch den Raum nach draußen zur Morgentoilette.

Frisch gemacht und komplett gekleidet kam sie dann bald darauf wieder herein und setzte sich, langte kräftig zu. Ihr Selbstbewußtsein war offenbar mit gutem Appetit zurückgekehrt. Neugierig fragte sie dann auch gleich, wo sie eigentlich derzeit seien. Paul erklärte ihr, sie sei mehrere Tagesfußmärsche von ihrer Heimat entfernt, nannte den Namen der Region Wrec. Gundula forderte: "Du mußt mich nach Hause bringen! Wir sollten nicht zögern!"

Unzufrieden runzelte Paul die Stirn, sie forderte schon wieder. Er schüttelte den Kopf: "So einfach ist das nicht. Ich werde sicher nicht gleich so mit dir losziehen, um dich nach Hause zu bringen, ich habe hier auch noch ein bißchen was zu tun..."
Klar mußte sie wieder irgendwie nach Hause, aber das wollte sorgfältig vorbereitet sein, das brach man nicht so über das Knie, von jetzt auf gleich einfach mal so los, dazu hatte er gar keine Lust.

Gundula aber war schon wieder sehr ungeduldig und über Widerspruch aufgebracht: "Aber ich muß hier weg, will nicht länger hier verweilen, ich bin doch hier sowieso nicht willkommen. Willst du mir nicht helfen, so ziehe ich alleine fort!"
Paul schüttelte den Kopf, das konnte sie auch vergessen, dachte er sich, laut aber begann er zu erklären: "Da du Prinzessin eines Nachbarreiches bist, ist dir vermutlich auch bekannt, daß das Reich Bractland, zu welchem die Region Wrec gehörte, derzeit durch einen Putsch ins Chaos gestürzt ist. Gut, die Region Wrec war ja nur einmal irgendwann annektiert worden und hatte nun die Chance genutzt, die Unabhängigkeit zu erklären, zudem hat man die Republik ausgerufen und hat begonnen, die Regionsverwaltung in eine Regierung umzuwandeln und allerhand Neuerungen durchzuführen. Da gibt es derzeit noch viel Unruhe, aber das Gröbste haben wir hier wohl überstanden und die Lage beruhigt sich langsam wieder. Dennoch ist das nun keine Gegend, wo junge Prinzessinnen mal eben allein nach Hause marschieren. Mit den Leuten aus der Region Wrec selbst mag das vielleicht noch gerade so angehen, die allermeisten sind ruhige, nette Leute, aber aus Bractland ist allerhand Gesindel herübergekommen. Die fliehen entweder vor dem Chaos oder den Unruhen dort und es sind Provokateure oder sonstige Gestalten, die die Gunst der Stunde zu nutzen versuchen. Dein Weg führt zunächst auf die Grenze zu Bractland zu und dann eine langes Stück fast parallel dazu, also maximal ungünstig. Und ein anderer Weg würde dir sehr lang werden, der würde dann erst einmal weg von deiner Heimat führen und über einen weiten Umweg dann zurück, du wärst Wochen unterwegs und das allein in einem Land im Umbruch."

Gundula schaute ihn an und unterbrach ihn: "Ich bin nicht so hilflos, ich kann mich selbst gegen einen Angreifer verteidigen, ich habe keine Angst!"
Paul nickte: "Ich traue dir wohl zu, daß du dich selbst gegen einen Gegner verteidigen kannst und trainiert worden bist. Doch das hier sind keine netten Trainingsgegner. Mögliche Angreifer, denen du auf dem Weg begegnen magst, wissen zudem ja gar nicht, daß du dich verteidigen kannst. Die sehen eine Frau, die sie ausrauben oder gar mißbrauchen können. Die sehen kaum auf das Ende. Und wenn du kämpfst, kämpfen die auch, selbst wenn du gewinnst, kannst du doch verletzt werden. Zudem, selbst wenn man sehr stark und wehrhaft ist, so ist man doch recht chancenlos gegen drei, vier oder fünf rücksichtslose Gegner. Das wirst du wohl einsehen. Wir müssen planen und dann in ein paar Tagen vielleicht..."

Gundula unterbrach erneut: "Gibt es denn keinen Ort in der Nähe, von wo eine Kutsche in mein Reich abfährt oder wenigstens in die Richtung zu einer größeren Stadt?" Paul wies grob in eine Richtung: "Das nächste ist ein kleiner Flecken, also ein paar Häuser, ein Händler etc, keine richtige Stadt, von da aus geht es schon weiter zu einer Stadt, aber Kutschen fahren derzeit nicht. Wer derzeit reisen will, muß das schon selbst organisieren. In ein paar Monaten mag das schon wieder etwas besser aussehen!"

Nun schüttelte Gundula energisch den Kopf, ein paar Monate wollte sie keinesfalls bleiben. Das wäre unerträglich. So schwiegen sie eine Weile und frühstückten weiter. Gundula grübelte indessen, wie sie Paul doch noch überzeugen könnte. Vielleicht, so überlegte sie, sollte sie einfach etwas mehr Interesse zeigen, um ihn so zu bewegen, ihr nach Hause zu helfen. Ihr war schon längst aufgefallen, daß er nicht gerade eine Statur hatte, die für einen Bauern passend gewesen wäre, auch seine Hände waren fein, gut gepflegt und die Haut weich, der ganze Paul nicht von körperlicher Arbeit gezeichnet. Also riet sie einfach drauf los: "Du kommst doch auch nicht von hier. Wie bist du hierher gekommen?"

Paul nickte: "Als sich abzeichnete, daß in Bractland nichts mehr zu retten war und das Chaos ausbrach, die dortige Königsfamilie von Putschisten verfolgt und ermordet worden war, habe ich mich entschlossen, zu gehen. Da war es günstig, daß auch gerade die Region Wrec sich unabhängig machen wollte. Ich nutzte die Gelegenheit und habe dieses Gut günstig kaufen können und bin hierher gezogen. Das meiste Land des Gutes ist ohnehin verpachtet und das Gut war ziemlich vergessen. Der Krise angemessen habe ich mich mit meiner Besitzurkunde eben vorgestellt und habe schnell etwas mit den Leuten ausgehandelt hinsichtlich der Pacht. Die stehen nun viel besser da als zuvor und mir bleibt noch genug, um ergänzt durch eigene bescheidene Bemühungen genug zum Leben zu haben. Ich kümmere mich hier in diesem Bereich um einiges und organisiere einige technische Dinge, etwa die Bewässerungsanlagen auch für die Pachtgebiete. Zum Glück haben wir auch ein großes Stück Land mit vielen guten Obstbäumen, das wird gemeinsam bewirtschaftet und alle haben etwas davon. So kommen wir hier zusammen ganz gut klar. Es gibt hier auch Räte und Gremien im Kleinen, auch um die neue Republik zu organisieren. Ich helfe mit, gebe hier Rat, schreibe da einen Vorschlag, sehe zu, daß die Dinge gut vorankommen."

Gundula war überrascht, also doch kein so ganz ahnungsloses Landei. Von den Problemen in Bractland hatte sie gehört, hatte dem aber nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. In ihrem Land war alles ruhig geblieben, das grenzte nur an die Region Wrec hier, die ruhig blieb. Zwar hatte man einiges vom Militär verlegt, aber sonst nichts weiter unternommen. Der Mord an der Königsfamilie war schrecklich, wohl alle ausgelöscht, ermordet. Sie erwiderte: "Von der Katastrophe in Bractland habe ich natürlich gehört, schrecklich das mit der Königsfamilie ..."
Paul griff das gleich auf: "Die hatten sich als schreckliche Tyrannen erwiesen und plagten das Volk. Trotzdem hat es natürlich niemand verdient, ermordet zu werden. Zumal die Putschisten nicht besser gewesen sind, unter denen drohte alles noch schlimmer zu werden, so gab es weitere Gruppen und es begann ein grausiger Kampf um die Macht, der alles ins Chaos stürzte. Derzeit ist letztlich nichts unter irgendeiner Kontrolle, doch einige Gruppen beanspruchen verschiedene Zonen und man kämpft noch immer. Derweil ist die Versorgung zusammengebrochen und viele trauen sich nicht mehr aufs Land, um Nahrung zu produzieren. Immer besteht die Gefahr, geplündert zu werden, wenn man Nahrung oder Vermögen hat. Die Situation ist noch deutlich schlimmer geworden, es war schon arg, als ich gegangen bin, doch es etabliert sich einfach keine neue Ordnung, gemäßigte, vernünftige Kräfte können sich nicht durchsetzen gegen die eigennützigen Tyrannen, die die frühere Regierung offenbar irgendwie hervorgebracht hat. Man hat einfach komplett versagt und das Volk ausgenommen."

Gundula führte nun aus: "Ich mußte feststellen, daß auch in meinen Reich einiges in Unordnung geraten war, meine Eltern und der Reichskanzler sind alt und ich war zu jung oder zu uninteressiert, um mich zu kümmern, da war einiges aus dem Ruder gelaufen. Doch nun habe ich zusammen mit dem Reichskanzler und einigen vertrauenswürdigen Ministern längst begonnen, aufzuräumen, neue Projekte anzustoßen, um das Land voranzubringen und das Leben der Menschen zu verbessern. Doch das hat natürlich gerade jene gestört, die lieber weiter im Trüben gefischt hätten, die lieber ihr eigenes Süppchen gern weitergeköchelt hätten. Jene Fee oder Hexe, selbst Mitglied des Kronrates, ist eine solche Person und wohl auch deshalb hat sie mich in eine Kröte verwandelt und fort in diesen Teich gezaubert. Nun droht auch in meiner Heimat Unheil und Chaos, wohl nicht, weil ich bislang wirklich viel erreicht hätte und deshalb fehlen würde, sondern weil sich alles darauf ausgerichtet hatte, daß mit mir oder durch mich über die Zukunft entschieden wird. Ich muß zurück, um die Intrigen zu stoppen und dem Land wieder Ruhe zu geben, das duldet keinen Aufschub!"

Paul verstand sie besser, als sie hätte vermuten können und seufzte: "Wie dringend das auch ist, du mußt dich etwas gedulden. Deine Leute werden auch ein paar Tage ohne dich auskommen, du mußt ihnen etwas zutrauen, insbesondere jenen, denen du vertraust und die auch bislang die Geschicke des Landes gelenkt haben und für Stabilität gesorgt haben."
Gundula nickte zögernd, aber ein paar Tage waren für sie bereits eine lange Zeit.

Nach dem Frühstück räumten sie gemeinsam die Sachen zusammen, wuschen ab. Dann zeigt Paul Gundula den benachbarten Gemüsegarten und es war schnell klar, daß Gundula sich mit Pflanzen ganz gut auskannte, wenigstens von der Theorie her, Namen und Eigenschaften waren ihr vertraut. Das freute Paul, das zeigte eine andere Seite an ihr und in dem Garten wurde sie ruhiger und ausgeglichener und erfreute sich an den Pflanzen und daran zu erzählen, was sie über sie wußte.

Sie zogen dann ein Stück über das Gut und Paul zeigte ihr einige schöne Ecken. Von einer Stelle aus konnte man auch die großen Obstwiesen überblicken, nicht weit davon entfernt konnte man auch vom Weg aus den Flecken erkennen, ein paar Häuser in einiger Entfernung, die Paul bereits erwähnt hatte. Gundula bekam der Ausflug sehr gut.

Dann sah sie unvermittelt etwas weiter weg ein größeres, prächtigeres Haus, viel besser als das kleine Haus von Paul, was aber auch zum Gut zu gehören schien und fragte diesen danach. Paul schaute: "Das ist das eigentliche Gutshaus. Ich wohne nur in einem kleineren Verwaltungshaus, denn mit dem großen Haus würde ich gar nicht fertigwerden, da braucht man Personal. Da wohnt schon lange niemand mehr, beziehungsweise früher gab es mal Besuch ein paar Monate im Sommer, aber das ist nun ja vorbei, auch durch das Chaos in Bractland. Die früheren Besitzer haben ja auch wegen der Unruhen und der instabilen Lage günstig verkauft und sind weiter fortgezogen."

Gundula aber fragte nach, ob das Haus möbliert sei. Paul führte aus, das sei der Fall, aber alles abgedeckt natürlich, um die Dinge vor Staub zu schützen. Und da kam bei Gundula wieder die Prinzessin durch, mit gerunzelter Stirn sprach sie: "Du hast so ein großes Haus, voll eingerichtet? Und du bietest mir nur ein Lager auf Heu an? Zeig mir das Haus, ich will es sehen!"

Der Kommandoton gefiel Paul natürlich gar nicht. Er schüttelte den Kopf: "Wenn ich dich daran erinnern darf - du hast im Bett geschlafen, ich im Heu, was beklagst du dich also? Natürlich, das große Haus ist viel komfortabler, aber wegen dir nehme ich das nicht in Betrieb, das wären mehrere Tage Arbeit für mich allein, was denkst du dir? Wir werden uns das Haus jetzt nicht ansehen, das geht dich gar nichts an. Du willst hier weg, warum also Zeit damit vertun und sich um das Haus kümmern? Oder machst du schon wieder auf hochnäsige Prinzessin, um mich zu provozieren?"

Das war Gundula bei seinen Worten gerade auch aufgefallen. Er kümmerte sich immerhin um sie und er mußte über sein Gut entscheiden. Das große, prächtige Haus hatte sie schon gereizt und neugierig gemacht, aber sie sah ein, das war nicht ihr Reich. Ja, sie ließ es ein für alle Male in ihre Gedanken sickern, sie war hier nicht daheim, sondern allenfalls Gast, vielleicht auch nur geduldet. Sie nickte nur und meinte leise, sie habe ihn nicht provozieren wollen. Die gute Stimmung war nun allerdings dahin und wich einer etwas gedrückten Stimmung, obgleich Paul bei ihrem Rundgang noch ein paar schöne Stellen zeigte.

Aber bis sie kurz vor Mittag wieder beim Haus waren, ging es schon wieder besser. Paul hatte sie auch auf einige schöne Bäume und Pflanzen hingewiesen und er hörte wirklich interessiert zu, was sie zu erzählen wußte. Und das freute sie dann wieder. Über solche Dinge konnte sie nur selten vor einem interessierten Zuhörer reden, das bedauerte sie immer daheim. Paul konnte zuhören - und nicht nur das - es interessierte ihn sogar und er fragte sogar nach und kam dabei schnell zu Dingen, die sie sich teilweise auch schon gefragt hatte, wo sie aber bislang in den Büchern auch keine Antworten gefunden hatte. Da lebte sie wieder richtig auf und sie diskutierten, stellten Hypothesen auf, die sie sich noch notieren wollte, um zu suchen oder gar später prüfen zu lassen.

Beim Haus angekommen, fragte Paul, ob sie nicht im Garten etwas frisches Gemüse pflücken wolle, es gäbe auch ein paar Obstbäume hier, ob sie nicht ein Mittag bereiten wolle, er müsse noch etwas erledigen. Dabei schaute er sie an, als hätte er noch hinzufügen wollen, ob es überhaupt statthaft sei, einer stolzen Prinzessin einen solchen Vorschlag zu machen. Gundula hielt dem Blick aber stand. Sie hatte nicht viel Erfahrung im eigenhändigen Zubereiten von Mahlzeiten, aber sie kannte sich aus und hatte im Garten manch schmackhafte Kräuter, gute und nahrhafte Pflanzen gesehen. Sie nickte: "Gut, mache ich! Wann bist du wieder da?"
Paul nannte die Zeit und verschwand dann zügig hin zu den Dingen, die er erledigen wollte, etwas mit der Bewässerungsanlage hatte Gundula einer weiteren flüchtigen Bemerkung entnommen.

Paul kam zur angekündigten Zeit wieder und Gundula hatte das Essen auch beinahe fertig. Und als sie es probierten, war Gundula ziemlich froh, daß es schmeckte und zwar ganz offenbar nicht nur ihr. War also alles gar nicht so schwer. Sie konnte nicht nur herumsitzen und theoretisieren. Paul fand das Essen auch ganz in Ordnung, aber davon war er ausgegangen, denn Gundula kannte sich offenbar aus im Garten, da war es nicht so weit, um daraus was zu machen. Gute Idee, ihr das zuzutrauen und sie mal machen zu lassen, das lenkte sie ab und die Stimmung war wieder besser, denn es war ihr anzusehen, daß auch sie mit dem Ergebnis zufrieden war.

Nach dem Essen räumten sie ab und auf. Und dann legte Paul die Karten auf den Tisch, also wirklich. Hier im Haus hatte er nur welche vom Gut und der näheren Umgebung, im Haupthaus gab es mehr, die hatte er auf dem Rückweg von den Bewässerungsanlagen mitgenommen. Eigentlich wollte er nicht in das Haus, aber was sollte er anderes machen? Aber es war weniger schlimm als gedacht. Ein paar Erinnerungen aus der Vergangenheit waren natürlich nicht zu vermeiden. So beeilte er sich, rein, in die Bibliothek, die Karten herausgesucht und zügig wieder raus. Als Gundula noch letzte Hand an das Essen legte, als er wiederkam, steckte er die Karten einfach erst einmal im Nebenzimmer zwischen die anderen, um sich nach dem Essen mit ihr darum zu kümmern. Im Haupthaus wollte er sie wirklich nicht haben, das wäre dann wirklich zu viel für ihn gewesen, sie hätte zu viele Fragen gestellt.

Paul zeigte Gundula erst die Karte vom Gut und der Umgebung. Das war jetzt nicht so wichtig, aber sie schaute schon genau. Damit konnte sie sich in der näheren Umgebung zurechtfinden und das ging besser als mit dem Rundgang. Die Regionskarte zeigte dann schon die wesentlichen Wege für ihr Anliegen und Gundula studierte alles genau. Paul wies darauf auch nochmals auf die nahe Grenze hin. Gundula sah so genau, auf dem Weg war wirklich nicht so viel, aber immerhin ein paar Dörfer. Der Weg an sich erwies sich als einfach zu finden, eben nur weit, besonders ohne Transportmittel. Auch der Weg in ihrem Reich war Gundula nicht genau bekannt, aber da würde sich sich schon zu helfen wissen, ließ sie mit Selbstvertrauen wissen. Trotzdem schauten sie auch da auf eine Karte. Sie schmunzelte: "Die ist schon älter!"
Paul stimmte zu, er hatte bislang keinen dringenden Bedarf an Karten über das Reich, hatte bislang keinen Besuch geplant.

So studierten sie also bis zum Abend und stellten ein paar Schätzungen an, was sie wohl brauchen könnten, um zum Ziel zu kommen. Dann war auch schon Zeit fürs Abendbrot. Sie plauderten noch ein Weilchen bis in die Nacht, wobei Gundula vorrangig von ihrem Land erzählte und von neuen Projekten, die sie mit angestoßen hatte und die Studien und Experimente, die sie angeregt hatte - und da war Paul doch ganz beeindruckt von ihrer Gedankenwelt.

Die Einteilung hinsichtlich des Nachtlagers wurde nicht wieder diskutiert und so schlummerte man wie in der Nacht zuvor, aber durchaus entspannter.

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