Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Die Krötenprinzessin
Ein Märchen für Jugendliche und Erwachsene

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 2015-07-15/08-03

23. Pauls Standpunkt

Am Abend gab es wieder ein kleines Bankett. Einige Leute kannte Paul nun schon vom Sehen, so ging es etwas besser, aber es waren auch einige Leute von etwas weiter weg gekommen, um ebenfalls Anteil an der Rückkehr der Prinzessin nehmen zu können. So wurde auch dies letztlich wieder ein langer Abend. Gundula hatte auch Bruno eine Einladung zukommen lassen, betonte aber gleich, natürlich habe sie noch keine Zeit gehabt, sich nach geeigneten Kandidatinnen umzusehen, von daher sei für heute erst einmal ihre Absicht, Bruno als normalen Mann mit Benehmen und ohne weitere Auffälligkeiten zu präsentieren und damit auch die durch sie verursachte peinliche Blamage vergessen zu machen. So werde es wohl schon einmal gut möglich sein, ihn hier und da unverbindlich ins Gespräch zu bringen und damit wohl auch spätere Kontakte zu erleichtern. So hielt sie Wort und brachte hier und da Bruno mit Leuten zusammen, von denen sie dachte, daß sie ihn vielleicht auch für Projekte interessieren könnten, mit denen er sich beschäftigen könnte. Anderen Leuten wurde Bruno auch gezielt vorgestellt, weil sie oder eine Dame aus ihrer Teegesellschaft wohl wußte, daß sich in der Familie oder deren Umfeld noch eine junge Dame verbergen konnte, die eher zurückhaltend war und wo man Ausschau nach geeigneten Kandidaten hielt. So begann Bruno also erste eigene Kontakte unabhängig von seiner Mutter zu knüpfen. Anfangs war er schon sehr unsicher, aber da war gerade noch Gundula oft an seiner Seite, teils auch Paul und die sorgten schon dafür, daß das Gespräch irgendwie im Fluß blieb, Bruno ganz gut dastand und allmählich auch etwas besser und mit etwas mehr Selbstvertrauen in dem schicken Anzug steckte, der ihm zunächst noch viel zu groß erschien. Aber er machte Fortschritte, zeigte hier Interesse, fragte da nach. Gundula war ganz zufrieden, das schien sich zu entwickeln und selbst die Damen aus ihrer Teegesellschaft kicherten nicht, weil sie sich gegenseitig an die denkwürdige Blamage erinnern wollten.

Paul war müde, mehr durch die vielen Leute als durch den recht ereignisreichen Tag, aber auch das längste Bankett mußte mal ein Ende haben, spätestens wenn das nächste begann, dachte er schon etwas gequält, aber so schlimm erging es ihm zum Glück nicht und spät in der Nacht lag er dann endlich in seinem Bett. Und er stellte kurz darauf fest, daß er noch deutlich mehr Glück hatte, denn Gundula kratzte wieder leise an der Tür und eingelassen fiel sie ihm gleich leidenschaftlich um den Hals, zumindest mit den Armen, ansonsten hatte sich allerdings so viel Leidenschaft und Sehnsucht aufgestaut, daß sie komplett an ihm hochsprang und sich mit den Schenkeln um seine Lenden festklammerte.

Paul trug die süße Last zum Bett und ließ sich mit ihr hineinfallen, daß er auf ihr lag. Sie umschlangen sich leidenschaftlich, streichelten und küßten sich recht wild und Gundula entging keineswegs, daß sie Paul in ihrer impulsiven Art wohl ganz unwillkürlich dazu gebracht hatte, einen ganz beachtlichen Standpunkt zur Untersuchung vorzulegen. Sie war sich nicht sicher, wie sie damit umgehen sollte oder konnte. Wer weiß, vielleicht wäre sie ja praktisch ganz ungeschickt, gleichwohl war sie ziemlich neugierig, war sich aber auch sicher, daß es für sie noch zu früh war, um diese Reise gänzlich gemeinsam schon heute zu vollziehen, aber vielleicht sollte sie doch wagen, Paul wenigstens etwas für die anstrengenden Bankette und einen weiteren Tag mit einem nicht sehr prickelnden Auftrag zu entschädigen. Also bewegte sie sich vorsichtig unter ihm, hob und senkte das Becken langsam, um sich dort an ihm zu reiben, wo sie ohnehin bereits die harten Folgen ihrer stürmischen Umklammerung spürte.

Paul spürte wohl, daß ihre Bewegungen Absicht sein mußten und flüsterte in ihr Ohr: "Edle, hochwohlgeborene Prinzessin, ich weiß es sehr zu schätzen, daß ihr mir die Gnade erweist, von eurer äußerst erbaulichen Gelenkigkeit zu profitieren. Allerdings bin ich etwas unsicher, denn einstweilen habt ihr jegliche Führung beansprucht und so oder so wage ich zu bezweifeln, daß wir zuviel davon gut mit irgendeinem Protokoll vereinbaren könnten."
Gundula kicherte, wollte es für heute aber noch nicht ganz aufgeben: "Oh edler Retter, stattlicher Freund, geliebter Held, starker Recke, euren Standpunkt kann ich sehr gut nachvollziehen, denn er scheint mir auch jede Nacht dringlicher zu werden, von daher bin ich schon bereit, etwas über das Protokoll hinauszugehen, um euch die doch inzwischen wohl dringend benötigte Entspannung zu gewähren, ähnlich wie ihr sie mir bereits im jener Scheune im Heu gewährt habt, so mag die Führung wohl heute prinzipiell bei mir bleiben, allein die praktische Erfahrung fehlt, so daß ich nicht ganz ohne ein paar praktische Hilfestellungen von euch auskommen kann. Zwar habe ich viel gelesen, doch wie ihr euch denken könnt, ist in dieser Hinsicht das geschriebene Wort nur sehr trockene Theorie weit weg von der saftigen Praxis, die nur am männlichen Objekt selbst zu untersuchen ist."
Paul hatte bei ihren jetzigen Bewegungen allerdings nicht den Eindruck, daß bei ihren theoretischen Kenntnissen gepaart mit ihrer Gelenkigkeit und ihrem intuitiven Verständnis vieler Angelegenheiten eine wirkliche Hilflosigkeit herrschte, so sprach er: "Oh edle Prinzessin, wenn ihr diesem Aspekt heute wirklich bis auf den Grund gehen wollt, so wage ich nur schwach Bedenken zu äußern und zu betonen, daß die Not nicht größer ist, als ihr sie durch weitere Bewegungen macht. Jedenfalls vertraue ich auf euer intuitives Geschick, sofern ihr nicht doch lieber mit einem nicht ganz so spritzigen Ergebnis zufrieden seid. Solltet ihr diese Angelegenheit wirklich in die eigene Hand nehmen wollen und in Bewegung bringen, so werdet ihr schon erleben, was dabei herauskommt. Ansonsten werdet ihr mir sicher die Erlaubnis geben, euch gegebenenfalls darauf hinzuweisen, wenn ihr euch in euren auf Theorie und Intuition gestützten Annahmen doch einmal täuschen solltet."
Gundula knabberte sanft an seinem Ohr und flüsterte leise: "Habt Dank für euer grenzenloses Vertrauen. Ich denke, dem Ergebnis werde ich mich so oder so stellen und es wagen, euch auf dieser Reise zu führen, obgleich mir der Weg doch noch etwas unklar erscheint. Da ich die Führung habe, so laßt uns aber auch umdrehen, daß ich oben bin und mich eurer Angelegenheit mit angemessener Bewegungsfreiheit widmen kann."

So drehten sie sich, richteten sich aber erst einmal auf, um sich komplett auszuziehen. Und dann widmete sich Gundula mit ungeteilter Aufmerksamkeit Pauls Angelegenheit. Und dieser mußte kaum korrigierend eingreifen, sondern ließ sie gewähren. Er hatte wohl recht, mit intuitivem Geschick fand sie den richtigen Weg mit der Massage seines Körpers, verteilten Küssen, die langsam tiefer gingen, bis sie mit Händen und Lippen den Standpunkt eingehend prüfte, den er in dieser Angelegenheit einzubringen hatte. Zunächst streifte sie nur vorsichtig das Thema, brachte die Angelegenheit dann aber entschlossener voran, hielt sie sowohl fest im Griff als auch in Bewegung, um dann ihre Zungenfertigkeit unter Beweis zu stellen.

Paul hatte schnell etwas Scheu, daß es schnell zu einem Ergebnis kommen konnte, was die Prinzessin so doch etwas erstaunen mochte, daher griff er nach ihrem Kopf und sie nahm das Tempo etwas zurück, blieb aber am Ball und spielte weiter, um sich alsbald wieder intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen, bis Pauls zunehmend unruhige Reaktionen sie darauf hinwiesen, es wieder etwas langsamer angehen zu lassen. So wiederholte sich das einige Male in verschiedener Variation, bis Gundula bedenklich erschien, in welche Aufruhr sie ihren Liebsten bereits versetzt hatte.

Zwar war sie sich nun sehr unsicher über die Aspekte des Abschlusses, andererseits wäre es gemein gewesen, nun einfach so zu gehen. Also holte sie noch einmal tief Luft und dann gab es kein Zurück mehr, nur noch hinauf bis zu einem spritzigen Abschluß. Das war sehr ungewohnt für sie, aber in Ordnung, sie hatte gespürt, wie heftig ihr Geliebter auf sie reagierte und seine Erleichterung war die ihre. Das war eine ganz natürliche, normale Angelegenheit und der Mann, den sie liebte, also erschien ihr nun auch alles richtig und sie hatte bereits ein Gefühl dafür bekommen, was passieren würde und wie es passieren würde, wenn sie ganz innig zusammen sein würden und gemeinsam auf die Reise gehen. Das war auch ganz natürlich und normal, doch dachte sie auch, daß diese kleine Reisevorbereitung für sie eine wertvolle Erfahrung gewesen sei, die sich nicht hätte missen wollen, ähnlich wie jene, die ihr Paul bereits in jener Scheune im Heu hatte zukommen lassen. Was sie in diesem beiden Nächten erlebt hatte, schien ihr ein guter Vorgeschmack darauf zu sein, was sie mit ihm in Zukunft zu erleben hoffte und das ließ sich bislang sehr vielversprechend an. Ihre Unsicherheit hierbei wich jedenfalls immer mehr einer gesunden Neugier. Und so oder so, mit Paul zusammen zu sein war per Voraussetzung schon einmal gut und richtig, das Protokoll am Hofe war ihr da völlig egal, so lange dies nicht eindeutig vorsah, daß sie so bei ihm sein konnte, wie sie beide es für gut und richtig hielten. Aber da hatte sie sich vorgenommen, in den kommenden Tagen das Richtige und Wichtige zu tun, um auch dem Protokoll nach bei Paul an der richtigen Stelle und ganz offiziell im richtigen Bett zu liegen, dann ließ sich die gemeinsame Reise ohne Zweifel auch viel entspannter und ausgelassener angehen und sie konnten sich für derlei Forschungsreisen alle Zeit reservieren, die sie dazu benötigten. Auch das heimliche Schleichen über verlassene Gänge zum Geliebten hatte natürlich seinen eigenen großen Reiz, die unmittelbare Gefahr eines lustigen Skandals am Hofe trug da nicht unerheblich dazu bei, daß sie es sich keinesfalls mehr hätte nehmen lassen, zum Geliebten zu schleichen. Aber sie wollte auch endlich wieder an seiner Seite einschlafen und auch wieder erwachen.

So blieb sie ruhig und koste den Liebsten sanft weiter, bis sie ihn von seinem hohen, stürmischen Aussichtspunkt wieder auf eine ziemliche ruhige Ebene geführt hatte und sich auch sein Standpunkt als ausreichend gewürdigt merklich entspannte. Also zog sie sich an ihm hoch und sie küßten und umarmten sich zart und sanft, ihre schwitzigen Leiber klebten aneinander wie ihre Münder. So blieben sie noch eine Weile zusammen bis tief in die Nacht. Paul lag zufrieden in ihren Armen, daß sie etwas Mühe hatte, sich zu befreien, denn bis zum Morgen konnte sie nicht bleiben, wecken wollte sie ihren Liebsten aber auch nicht, daher befreite sie sich nur ganz langsam und vorsichtig aus der gegenseitigen Umarmung, dann stand sie irgendwann neben dem Bett, schaute noch eine Weile auf den selig schlummernden Geliebten, immerhin hatte sie ihn nun einmal wieder an ihrer Seite einschlafen lassen können, so vertraut mit ihm zu sein, tat ihr so gut, daß sie sich von dem Anblick gar nicht losreißen mochte. Endlich nahm sie ihr Nachthemd, zog es auf dem Weg zur verborgenen Tür an und schlich hinaus, zog sie nur zu. Sie hoffte, Paul würde sie morgens schon unbemerkt schließen können.

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