Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Die Krötenprinzessin
Ein Märchen für Jugendliche und Erwachsene

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 2015-07-15/08-03

18. Herberge in der Stadt

Schnell fanden sie in der Stadt eine solide Herberge, wo sie gut unterkommen konnten, gut in der kleinen Stadt gab es nur zwei richtige Herbergen und sie wählten die bessere davon, die immer noch recht einfach, aber sauber war. Die Leute machten auch einen ordentlichen Eindruck. Wieder stellte Paul Gundula als seine Frau vor und führte das Wort, sie bekamen ein gemeinsames Zimmer im oberen Stockwerk. Gundula zog wieder die männliche Aufmerksamkeit auf sich, hielt sich allerdings als schüchternes, zurückhaltendes Weib dicht an ihren Mann und damit kamen sie hier gut durch. Sie überzeugten sich davon, daß die Pferde gut versorgt wurden und hier sparte Paul auch mit Trinkgeld nicht, um es den Stallburschen zu erleichtern, den Pferden die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.

In der Schenke nahmen sie ein einfaches Abendmahl, wobei man auch das Wort an sie richtete. Paul hielt sich an seine Geschichte, daß er leider gezwungen sei, in dieser unsicheren Zeit mit seiner Frau in einer dringenden Angelegenheit zu reisen. Man fragte ihn nach der aktuellen Lage auf der Strecke. Aber man hatte wohl auch von dem zornigen Ritter gehört, der etwas aufgeräumt habe. Paul erwähnte nur kurz, daß sie gezwungen gewesen seien, zwei einzelne Halunken abzuwehren, wobei sie von diesen ihre alten Waffen erbeutet hätten - und um sie von weiteren Angriffen abzuhalten auch noch einiges an Kleidung einbehalten hätten, denn wer kämpfe schon gerne barfuß und ohne Hose oder mit herunterfallender Hose? Damit reichte er dem Wirt den Sack, in welchen er auch die Waffen vom ersten Räuber gesteckt hatte. Der Wirt zeigte die Beutestücke herum und man hörte Worte des Respekts vor dem jungen Herren und bedauerte die junge Dame, daß sie sich solchen Gefahren hatte aussetzen müssen. Diese rückte aber nur wortlos und schüchtern ganz dicht an ihren starken Mann heran und schwieg scheu, wenn Männer in einer Schenke sprachen und scherzten. Längst hatte sie die Gesamtlage in der Schenke als friedlich eingestuft und entspannte sich einfach in ihrer zurückhaltenden Rolle. Mit Rücksicht auf die Dame waren die Scherze dann auch nicht allzu derb, als der Wirt auch die Kleidungstrophäen vorzeigte. Man gratulierte dem jungen Mann zu seinem Mut und seinem Geschick und die schüchterne junge Dame an seiner Seite senkte nur rot vor Scham den Blick tief ins Essen und rückte noch dichter an ihren lieben, starken Mann heran.

Mit Rücksicht auf die offenbar noch immer etwas verschreckte junge Dame ließ man die beiden dann in Ruhe essen, wonach diese sich dann auf ihr Zimmer verabschiedeten, beziehungsweise Paul tat das Verabschieden für beide, denn seine liebe Frau hing an seinem Arm und hatte ganz schüchtern ihr Gesicht im Stoff seiner Jacke vergraben. Sie spielte ihre Rolle wirklich perfekt.

Selbst als sie allein auf dem Zimmer waren, gefiel es Gundula offenbar gut, ihre Rolle weiterzuspielen. Als die Tür geschlossen war, sprach sie: "Oh Paul, liebster Gemahl, oh Retter vor garstigem Gesindel. Ohne deine starke Hand wäre ich heute zweifellos gestorben vor Angst!"
Dabei schaute sie ihm mit gesenktem Kopf und mit nach oben gerichteten Augen von unten her an wie ein hilfloses Mädchen, welches immer noch unbedingt gerettet werden mußte, gut, jetzt jedenfalls unbedingt tröstend umarmt werden mußte, sonst müßte sich unbedingt im nächsten Augenblick die Erde zu drehen aufhören. Das wollte Paul natürlich keinesfalls riskieren und so nahm er seine liebste Gemahlin sofort in den Arm und drückte sie sanft an sich, küßte ihr sogleich Stirn und Wange und dann auch den Mund, daß ihr Busen leicht erbebte und als sich die Lippen wieder lösten ein zartes Seufzen folgte. Als ihr so weit Gerechtigkeit für all die Ungemach des Tages widerfahren war, ging Gundula voll in ihrer Rolle auf und wies auf die bereitstehende Waschschüssel, sie würde sich nun gern für die Nacht zurechtmachen, weswegen er doch so nett sein möge, noch einmal nach den Pferden zu sehen.

Paul nickte ihr zu und folgte ihrem Wunsch, meinte, sie solle nur die Tür von innen verschließen, er werde dann klopfen und etwas sagen, wenn er wieder da sei. Gundula nickte eifrig und geleitete ihn zur Tür, griff dort seine Hand, als gehe es um einen Abschied nicht für Minuten, sondern für Wochen, Monate oder Jahre. Dann schloß sie die Tür und Paul schaute wirklich nach den Pferden. Erwartungsgemäß war dort alles in Ordnung, so führte er noch mit den Stallburschen ein kurzes Gespräch über die aktuelle Lage. Die Geschichte der Zwischenfälle hatte sich schon herumgesprochen und so zollte man ihm Respekt und er konnte sie auch nicht davon abhalten, wenigstens noch einen Blick auf seine Waffen zu werfen, also zeigte er seine Pistole und den Degen her und man bewunderte die gute Qualität der Waffen des edlen Herren, der zudem auch noch so freundlich mit den einfachen Stallburschen sprach, beinahe als sei das gar nichts.

Als Paul meinte, Gundula genug Zeit gelassen zu haben, verabschiedete er sich höflich, ließ noch ein paar kleine Münzen springen, nur für den Fall, daß die Herren die nächsten Tage nicht so viel Glück mit spendabler Kundschaft haben sollten und ging zurück. Er dachte, zu viel Trinkgeld konnte sich herumsprechen und vielleicht Leute auf dumme Gedanken bringen, aber das rechte Maß sollte dafür sorgen, daß die Burschen die ganze Nacht ein Auge darauf hatten, daß es keine Überraschungen gab. Und ob der Unterhaltung waren die robusten Burschen wirklich beeindruckt, er hatte sie wirklich mit 'Herren' betitelt, hatte mit ihnen lockere 'Konversation' betrieben - das Wort schien ihnen mit einem Male in dem Zusammenhang irgendwie angemessen zu sein, wobei auch der Begriff 'angemessen' irgendwie wie von selbst vom Himmel zu fallen schien. Was für ein prachtvoller edler Herr - und was für eine prachtvolle Frau er hatte, wie gut die beiden nur zusammenpaßten, beinahe wie zwei Wesen aus einer anderen Welt, die innerlich geradezu strahlten. Was für elende Halunken mußten das gewesen sein, die es gewagt hatten, dieses Paar auf ihrer Reise zu belästigen? Hier jedenfalls sollten sie sicher sein, dafür wollten sie schon sorgen.

An der Tür zu ihrem Zimmer angekommen klopfte und rief Paul leise nach Gundula, die wirklich schnell öffnete und ihren geliebten Gemahl im Nachthemd begrüßte und gleich ganz zart umarmte. Wie immer sie das anstellte, obgleich sie kaum kleiner war, stand sie dabei irgendwie auf Zehenspitzen, um doch nur den Kopf an die Brust ihres starken, tapferen Recken schmiegen zu können. Dann aber sprang sie gleich schüchtern zum Bett, und vergrub sich tief unter der Bettdecke, während Paul in aller Ruhe einen Keil unter die Tür schob, den er im Stall gesehen und von dort mitgenommen hatte. Dann zog er sich aus, wusch sich ebenfalls und putzte die Zähne. Anschließend stellte er die Wasserkaraffe vor das geschlossene Fenster und die Waschschüssel vor die Tür. Er wollte recht sicher sein, daß nicht vielleicht doch jemand in der Nacht auf dumme Gedanken kam, zumindest wollte er dann rechtzeitig gewarnt sein.

Dann löschte er das Licht und begab sich ruhig und nackt zu seiner geliebten Gemahlin ins Bett, die er nach kurzem Suchen fand, worauf er sich kurz mit den Händen orientierte, wie sie lag und sie sogleich herzlich umarmte und an sich zog, ihr Gesicht mit Küssen bedeckte. Seine geliebte Gemahlin aber spielte ihre Rolle und tat spröde und schüchtern, vertraute recht passiv ihrem geliebten Gemahl und genoß insgeheim, das zarte, empfindliche Wesen in seinen Armen sein zu dürfen, darauf vertrauen zu können, daß er schon wußte, wie mit ihrer scheuen Liebe umzugehen sei.

Und so spielten sie beide ihre Rollen und Paul streichelte und küßte sie ganz zart und vorsichtig, seinen zerbrechlichen, wertvollsten Schatz, dem nach solch einem schweren Tag seine ganze Aufmerksamkeit, sein ganzer Zuspruch gelten mußte. Seine Hände fuhren auch erst sehr vorsichtig über ihr Nachthemd, seine Füße begannen mit den ihren zu spielen, wobei sich das Nachthemd langsam hochschob und sich so Schenkel an Schenkel zu reiben begannen, daß seine geliebte Gemahlin scheu aufseufzte. Getreu ihrer Rolle ließ sie Paul entscheiden. Was er auch immer mit ihr anstellen wollte, sie hätte ihn sicher nicht aufgehalten. Und in ihr brodelte es, denn zu gerne hätte sie ihn kräftig mit den nun schon beinahe gänzlich nackten Beinen umklammert und an sich gezogen, wie gerne hätte sie gespürt, wie sich ihre nackte Haut überall aneinander rieb, daß sich ihr Schweiß und die Hitze ihrer Körper miteinander vermischte. Aber getreu ihrer Rolle lag sie nur und umarmte ihren Liebsten ganz sanft, empfing seine Küsse und Liebkosungen als kostbare kleine oder auch größere Geschenke, führte seine Hände nicht, wohin es sie drängte, seufzte nur leise, statt ihn wild herumzudrehen und selbst seinen Körper überall mit wilden Küssen zu erforschen.

Paul spürte irgendwie, daß sie einerseits bei ihrer Rolle bleiben wollte, andererseits aber Mühe hatte, dem Impuls zu mehr Aktivität nicht zu folgen. Mehrfach spürte er wie sie kurz zu einer Bewegung ansetzte, dann die Muskeln aber wieder entspannte. So spielte er vorsichtig mit ihr und blieb auch in der Rolle des sorgsamen Gemahls solch eines zarten, zerbrechlichen Wesens. Wie zufällig streifte er hier an ihr vorbei, dort rieb sich Haut an Haut, pustete einen Schauer über ihre Haut, küßte die Haut kaum berührend. Dann gab es wieder scheinbar versehentliche Berührungen, die sie leise seufzen ließen. Das war zu köstlich. Bedenklich wurde es immerhin, als irgendwann ihr Nachthemd so weit hochgerutscht war, daß bereits Po und Intimbereich ganz bloß lagen und da er auf ihr lag, kam es ganz von selbst zu Berührungen, die sie noch heftiger seufzen ließen. Gut, er hatte aber auch die Rolle des starken Ehemannes, der führen sollte. So jedenfalls legte er sich jetzt neben sie, packte sie mit hartem Griff, daß sie etwas lauter, erwartungsvoller(?) aufseufzte, richtete sich dann auf und zog ihren Oberkörper mit festem, entschlossenem Griff mit auf, zog ihr dann das Nachthemd über den Kopf und drückte sie fest an sich, während er sich mit ihr ins Bett warf, daß sie abermals scheu oder doch entzückt aufseufzte.

Nun konnte er ganz ungehindert ihren Oberkörper mit Mund und Händen erforschen, vermied es aber gezielt, ihre Brüste zu berühren, packte aber fester zu, wie ein Mann, der wußte, daß er seine scheue, unerfahrene Frau führen mußte, küßte sie bis hinab zum Bauchnabel und streifte zunächst nur eben flüchtig mit dem Handrücken über die Haare zwischen ihren Beinen. Dann drehte er sie mit kräftigem Ruck herum, daß sie seitlich, mit dem Rücken zu ihm gewandt vor ihm lag, er küßte und liebkoste ihren Rücken mit deutlich mehr Kraft und Leidenschaft und bis hinunter zum Po, streichelte, knetete beinahe dann den obenliegenden Arm und auch das Bein, die Außenseite des Oberschenkels, letzteren so stark, daß sie das Bein bald schüchtern anzog. War das zuviel des Guten? Sie fiel nicht aus der Rolle, also war wohl noch alles in Ordnung, zudem war ihr Körper recht erhitzt und sie atmete deutlich schneller und heftiger. Das war vielleicht schon etwas zuviel für ein scheues, schüchternes, ganz ahnungsloses, ergebenes Weib, dachte er schmunzelnd. Nun schmiegte er sich eng an sie und flüsterte nur in ihr Ohr: "Gute Nacht, geliebte Gemahlin!"
Und sie seufzte mit bebender Stimme ganz leise: "Gute Nacht, liebster Gemahl!"

Gundula stellte fest, er hatte sie zunächst auf kleiner Flamme weichgekocht und dann das Feuer ordentlich aufgedreht. Nun brodelte es in ihr bei seinem köstlichen Spiel, aber er führte es heute nicht fort und hielt sich nun einfach nur noch warm am so entfachten Feuer. Gern, so gern wäre sie einfach über ihn hergefallen, um ihm diese süße, atemlose Qual heimzuzahlen, doch sie schmiegte sich nur in die starken Arme ihres geliebten Gemahls als sein scheues, ihm bedingungslos ergebenes Weib und beruhigte sich nur sehr langsam wieder, während er wohl schon den Schlaf des Gerechten schlief. Aber gut, einiges in den letzten Tagen mußte auch für ihn eine erhebliche süße Qual gewesen sein, überlegte sie, so war es nur gerecht, daß er sie nun diese Nacht im eigenen Saft schmoren ließ, wobei er sicher gewußt hätte, in welcher Weise man Dampf hätte ablassen können, um den Druck zu reduzieren. Jedenfalls war er nicht so harmlos, wie er vielleicht erschien. Sie wußte nun bereits, er konnte richtig zupacken, wenn es sich als notwendig erwies. Auch er spielte seine Rolle als starker Recke und sehr männlicher Gemahl sehr gut. Sie legte keinen Wert darauf, wirklich mit harter Hand regiert zu werden, aber so in einer Rolle gefiel ihr das ganz gut - und wenn es ihr nicht gefallen hätte, sie hätte zu jeder Zeit als scheues Weib nur den leisesten Ton des Mißfallens äußern müssen, um die Beschützerinstinkte ihres geliebten Gemahls zu wecken, da war sie sich sicher, deswegen vertraute sie ihm bedingungslos.

Die Nacht blieb ruhig und trotz des anregenden Spiels schliefen sie schließlich beide gut, wohl auch weil sie durch den anstrengenden Tag im Grunde beide sehr ermüdet waren.

Morgens erwachte Paul wieder zuerst und Gundulas warmer, weicher, an ihn geschmiegter Leib verriet ihm deutlich, daß die letzten Tage keine Traum gewesen waren, sondern er einen wahren Schatz in den Armen halten durfte. Da sie früh los wollten, löste er sich aber ganz vorsichtig von diesem Schatz, stellte die große Wasserkaraffe und die Schüssel wieder auf den Tisch, wusch sich mit frischem Wasser aus der Karaffe und zog sich an. Dann setzte er sich zu Gundula aufs Bett, beugte sich herunter und gab ihr einen sanften Kuß auf die Stirn, streichelte zart ihre unter der Decke hervorguckende Schulter und sagte ganz sanft: "Guten Morgen liebste Gemahlin! Wenn du aufstehen magst, dich frischmachen und anziehen, so werde ich indessen hinuntergehen und veranlassen, daß das Frühstück fertig ist, wenn du so weit bist. Ich komme dann wieder herauf, um dich hinunterzugeleiten. Wenn du magst, kannst du gern hinter mir die Tür wieder verschließen."
Gundula zog das Bett gleich etwas hoch, um ihre nackte Schulter zu bedecken. Sie stimmte ihrem Gemahl zu und war bereit, seinen Wünschen sogleich gehorsam zu folgen. Nachdem dieser aufgestanden war und das Zimmer verlassen hatte, sprang sie schnell aus dem Bett und verschloß die Tür hinter ihm, wusch sich sorgfältig und zog sich wieder an.

Paul konnte ihren Zeitbedarf schon ganz gut einschätzen, so kam er bereits und klopfte, kaum daß sie fertig war. Dann geleitete er sie zum Frühstück und da es wirklich noch früh war, waren sie beinahe allein mit der Bedienung und beeilten sich. Paul gab noch etwas Proviant in Auftrag, während Gundula schon zurück ins Zimmer ging. Paul ließ auch gleich die Pferde zur Abreise bereitmachen und kam Gundula schon kurz darauf nach, zusammen mit einem Burschen, welcher das Gepäck voraustrug. Paul machte sich noch kurz fertig, dann gingen sie hinunter und Paul bezahlte die Rechnung mit seiner lieben Gemahlin dicht an sich gedrängt.

Draußen auf dem Hof hätte man dann kurz daran zweifeln können, daß seine Gemahlin wirklich so ein zartes, zurückhaltendes, schutzbedürftiges Wesen hatte, als diese ohne auf Hilfe zu warten blitzschnell auf ihren Schimmel gestiegen war, der ja zudem auch noch über einen Männersattel verfügte. Aber es schaute keiner und über die Frage eines Sattels sah ohnehin jeder hinweg, denn diejenige die darin saß, zog sowieso jeden Blick auf sich.

Paul stieg auch auf und so verließen sie früh die Herberge und die Stadt und zogen weiter. Gundula summte leise das Lied, was sie von Paul gelernt hatte und bald summte dieser im Kanon mit.

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