Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Die Krötenprinzessin
Ein Märchen für Jugendliche und Erwachsene

Alternative Buchvariante (EPUB) mit Graphik

Geschrieben: 2015-07-15/08-03

12. Nicht wirklich beschmutzt

Paul und Gundula hatten jedenfalls erst einmal genug. Nachdem Gundula wieder ihre Fassung zurückgewonnen hatte, ließen sie einfach alle Geräte am Teich liegen, Gundula nahm nur den Zügel des Pferdes in eine Hand und sie gingen langsam los zurück zum Haus. Unterwegs faßte sie mit der freien Hand einfach die von Paul, dieser drückte sie kurz und hielt sie dann sanft. So ging es still zurück.

Am Haus angekommen, bestand Gundula darauf, sich erst einmal um das Pferd zu kümmern. Paul konnte sich ja inzwischen baden. Paul widersprach nicht, brachte sie zu einer Scheune, die sich wohl als Stall eignen würde und wo es auch ausreichend Futter für das Tier gab, auch Bürsten und dergleichen zur Pflege. Nachdem Paul weg war, begann sie anfangs wieder zu zittern, hatte ein flaues Gefühl im Magen, der ganze Zwischenfall mit dem Ritter von Drachenfels machte ihr doch ziemlich zu schaffen. Das Tier lenkte sie ab und beruhigte sie auch gleichzeitig nach all der Aufregung langsam wieder. Das tat ihr richtig gut. Irgendwie hatte sie bei der Aktion nur funktioniert, Reflexe, antrainiertes Verhalten gezeigt. Jetzt aber fiel die Anspannung endgültig von ihr ab und aus der Kämpferin und Strategin wurde wieder das junge Mädchen, welches sich jetzt am liebsten im Elfenbeinturm verkrochen hätte. Aber es war auch schon in Ordnung, sich der Pflege des Pferdes widmen zu können. Sie bemerkte, wie sie zu weinen begann, ließ es einfach geschehen und die Tränen zogen Spuren durch das schmutzige Gesicht, die sie ab und an verschmierte, wenn sie sie wegwischte.

Paul war auch verschmutzt und es haftete ja auch noch etwas Schmutz von Gundula an seiner Kleidung, da war Baden und Waschen sicherlich eine gute Idee. Und das Bad tat ihm auch sehr gut. Allerdings beeilte er sich, denn Gundula hatte ein Bad sicher deutlich nötiger, hatte aber nun den Nachteil, das kalte Wasser aus der Pumpe zu bekommen.

Als er fertig war und neues Wasser in die Wanne eingelassen hatte, ging er zur Scheune und schaute nach Gundula. Offenbar hatte sie geweint, ihr Gesicht war verschmiert. Gern hätte er sie tröstend in den Arm genommen, traute sich aber nicht so recht. Der Zwischenfall mit dem Ritter war nun schon deutlich dramatischer als der mit dem Krämersohn, sie mußten sich allmählich auf den Weg machen, bevor sie komplett die Kontrolle über die Lage verloren.

Das Pferd war inzwischen gut versorgt und gepflegt, aber Gundula selbst sah unter all dem Schmutz natürlich ziemlich gruselig aus. Aber das war einfach nur ehrlicher Schmutz, der sie nicht wirklich störte. Beschmutzt fühlte sie sich durch den Ritter und das war nicht wirklich einfach abzuwaschen. Irgendwie kam ihr da der Schmutz auf Kleidung und Haut wie ein Schutzpanzer vor, der den Ritter wenigstens etwas von ihr getrennt hatte. Nun war es Zeit, beides abzuwaschen.

Paul mahnte zwar wegen der Kälte des Wassers, doch das war ihr gleich, sogar noch bevor sie die Hecke erreicht hatte und obwohl Paul hinter ihr ging, zog sie einfach das schmutzige Kleid über den Kopf und ging einfach nackt weiter, das Kleid in einer Hand haltend. Und sie hatte eine wirklich aufrechte, stolze Haltung, die Haltung einer Siegerin, die sich unangreifbar gab. Paul staunte etwas, doch das war schon in Ordnung. Sie verarbeitete die Erlebnisse auf ihre Weise. Bei Hecke und Wanne angekommen, nahm er ihr das schmutzige Kleid aus der Hand und meinte nur: "Ich kümmere mich darum!"
Sie nickte nur und stieg einfach ohne zu zögern oder zu zucken in das eiskalte Wasser in der Wanne, tauchte ganz unter, während Paul im Haus das Kleid erst grob ausspülte und dann Wasser heiß machte und das Kleid mit Wasser einweichte. Besser, er würde vom Krämer noch ein oder zwei weitere mitbringen. Eigentlich wollte er da heute hin, doch nun schien es angebrachter, wenigstens heute Gundula nicht mehr allein zu lassen.

Obwohl sie sich eigentlich bereits wieder beruhigt und entspannt hatte, fühlte sich Gundula noch, als hätte sie einen undurchdringlichen Panzer um sich gehüllt. So nahm sie die Kälte des Wassers in der Wanne gar nicht wahr. Sie tauchte einfach komplett unter, und der Schlamm löste sich teils von selbst, teils erst, nachdem sie mit den bloßen Händen über ihre Haut rieb, dann auch mit einer immer bereitliegenden Bürste. Allmählich spürte sie die prickelnde Kälte, was sich mit dem Prickeln mischte, welches entstand, als die Bürste über ihre zarte Haut schubberte. Als so der gröbste Schmutz entfernt war, war natürlich auch das Wasser ganz schmutzig, so stand sie ruhig auf, ließ das Wasser ab, öffnete nun erst die immer noch hochgesteckten Haare und begann diese und ihr Gesicht unter der Pumpe sorgfältig abzuspülen. Aber sie konnte schlecht gleichzeitig spülen und sich um ihre Haare kümmern. Nicht sonderlich laut rief sie nach Paul, der schnell herbeikam, sie bat ihn zu pumpen. Also kam Paul hinter die Hecke und sah Gundula ganz unbekümmert und nackt vor der Wanne stehen, den Kopf unter die Pumpe gebeugt. Das nun so unbekümmerte Verhalten erstaunte Paul doch etwas, sagte aber nichts dazu. Jedenfalls konnte er den Blick nicht von ihrem prachtvollen Körper abwenden, insbesondere nicht von ihrem hübschen Po, der sehr exponiert war, weil sie sich ja tief vorbeugte. Als sie mit den Haaren und dem Gesicht fertig war, bückte sie sich und ließ das eiskalte Wasser nun über den Körper strömen, um auch das letzte bißchen Schmutz zu entfernen. Sie ließ sich Zeit und weder störte sie die Kälte des Wassers, noch Pauls Anwesenheit. Die Kälte spürte sie natürlich schon sehr deutlich, sie hatte längst eine ordentliche Gänsehaut. Sie hatte Paul nicht einmal angesehen, trotzdem wußte sie, daß er sie ansah. Sie wollte es, es schien ihr richtig nach dem Angriff des Ritters nicht nur auf ihren Körper, sondern auf ihr gesamtes Selbstverständnis, ihre Würde, ihre Persönlichkeit. Sie wußte bereits vom Moment der Verwandlung, daß es Paul sehr gefiel, sie anzusehen. Was sie vor kurzen noch entsetzt und verstört abgewehrt hatte, war ihr nun sehr recht, als würde sie nun Paul anvertrauen, was der Ritter ihr doch nicht hatte nehmen können. Der Ritter konnte sie nicht beschmutzen, nichts nehmen, was sie nicht freiwillig geben wollte. Bei Paul fühlte sie sich sicher und wohl, es gab eine Verbindung. Und bei dem Wissen, daß er sie ansah, spürte sie gar eine gewisse Erregung, die sie gleichzeitig beunruhigte und ermutigte, sich dem gezielt auszusetzen.

Als sie fertig war, stand sie einfach auf, schloß die Augen und drehte sich zu Paul um. Sie spürte, wie er begann, sie mit einem Handtuch vorsichtig und liebevoll abzutrocknen. Sie blieb einfach passiv stehen und ließ ihn weitermachen. So ging er systematisch vor und rieb erst kräftig ihr Kopfhaar ab. Er hatte etwas Scheu, ihre Brüste oder gar ihren Schambereich trockenzureiben. Aber da sie sich gar nicht regte, um das Handtuch an sich zu nehmen, machte er einfach weiter, trocknete mehr oder weniger von oben nach unten ab, rieb also auch über ihre Brüste, mit der gleichen Intensität und Geschwindigkeit wie über Schultern, Armen, Rücken und Busen. Gundula atmete nur etwas tiefer ein und ließ ihn einfach weitermachen. So verlor er seine Scheu, rieb auch ihren Po ab, strich dann an der Innenseite eines Oberschenkels entlang und sie stellte einfach den Fuß hoch auf den Wannenrand, so trocknete er erst dieses Bein ab, danach stellte sie den anderen Fuß hoch und er trocknete auch dieses Bein ab, zuletzt blieb ihr Schambereich, doch nun zögerte er nicht mehr und rieb darüber mit gleicher Kraft wie zuvor über den ganzen Körper. Gundula ließ ihn noch immer gewähren, so rieb er etwas schneller und heftiger, um ihre Schamhaare gut zu trocknen. Gundula atmete schneller, hielt die Augen aber noch immer geschlossen und blieb passiv. Natürlich schlug ihr Herz nun heftig, aber sie widerstand dem Reflex, ihn abzuwehren. Im Gegenteil, dachte sie, sollte er nur weitermachen, was sie empfand, was er tat, schien in diesem Augenblick nur ganz natürlich, rein und tat ihr sehr gut.

Paul schien es aber nicht richtig, hier mehr als notwendig zu tun, um Gundulas Körper ganz abzutrocknen. So griff er einfach nach einer bereitgelegten Decke und hüllte sie warm ein, denn er hatte sich schon gedacht, daß sie nach dem kalten Bad sehr frieren würde und tatsächlich sah er ja ihre Gänsehaut bei der ganzen Aktion.

Erst als sie ganz eingehüllt war, öffnete sie die Augen und schaute Paul lächelnd an. Sie sagten nichts, gingen nun zurück ins Haus. Gundula setzte sich einfach und Paul setzte Tee auf und bereitete das Abendmahl zu. Gundula schaute ihm einfach schweigend zu. Erst beim Essen begann Paul von seinem Ausflug zu erzählen. Was er erfahren hatte, war letztlich nicht so überraschend gewesen, aber nun hatten sie Gewißheit und konnten grob einschätzen, was sie erwartete.

Immerhin, nun hatten sie bereits ein Pferd für die Reise, das konnte entweder ihr Gepäck tragen oder abwechselnd einen von ihnen, der gerade müde war. Sie würden schneller vorankommen, ideal war das aber noch nicht. Natürlich, hätten sie auch das andere Pferd vom Ritter gefordert, hätten sie beide reiten können, das wäre perfekt gewesen. Es schien Gundula aber nicht richtig zu sein, so vom Besitz des Ritters zu profitieren, das eine Pferd hatte sie nur behalten, weil sie es als jenes erkannt hatte, was der Ritter damals bei dem Pferderennen selbst geritten hatte und so gequält und traktiert hatte. Sie wollte dem Tier die weitere Bekanntschaft des Ritters ersparen. Erst jetzt wurde ihnen beiden klar, daß sie damit einen großen Vorteil für die Reise bekommen hatten.

Beide waren recht ermüdet von dem anstrengenden Tag und wollten so früh schlafen gehen. Das Licht hatte Paul längst gelöscht und sich in sein mit Heu gepolstertes Lager gekuschelt. Er dachte, Gundula würde längst in ihrem Bett schlafen, doch nach einiger Zeit ging die Tür auf und im Halbdunkel sah er den Umriß von Gundula, die sich offenbar noch immer oder wieder in die große Decke gehüllt hatte. Sie sprach ziemlich leise: "Paul? Schläfst du schon?"
Paul meinte daraufhin: "Nein, was ist los?"
Gundula hörte sich etwas unsicher an, als sie meinte, sie könne nicht schlafen. Und dann fragte sie wirklich: "Kann ich bei dir bleiben? Also wirklich nur zum Ankuscheln und schlafen."
Dabei schlug Gundulas Herz bis zum Hals. Sie vertraute Paul bedingungslos, aber vielleicht verlangte sie ihm nun doch eindeutig zu viel ab.

Pauls Ton bei der Antwort klang aber ganz ruhig, ganz beruhigend; "Klar, komm schon!"
Gundula eilte zu ihm hin. Während sie sich zu ihm niederbeugte, öffnete sie die Decke. Nachdem sie sich hinlegt hatte und mit unter Pauls Decke geschlüpft war,schlug sie die Decke über beide. Sie schmiegte sich einfach und sanft an Paul, der so feststellte, daß sie immer noch nackt war. Etwas irritiert war er schon, doch hatte sie eindeutig gesagt, wie weit das gehen durfte, also nahm er sie einfach in die Arme, wo sie bald einschlief. Er hätte gedacht, die warme, weiche Frau in seinen Armen hätte ihn wachhalten sollen, doch seine anfängliche Aufregung und Erregung legte sich zum Glück bald und so schlief auch er schnell ein.

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