Der Prinz und der Gloeckner
Gedichte

Riese und Gnom

(2018-05-27)

Friedlich liegt auf einer Wiese
– ein Riese!
Er schlummert selig still
Wie er es will.
Kommt ein Gnom daher
– macht ihm das Leben schwer:
Zielt mit Zwille und Stein
– genau auf sein Bein
Der Stein, er fliegt
Zum Riesen, der noch liegt
Getroffen brüllt der Ries’:
„Das ist schon ganz schön fies!”
Keck lacht der Gnom und schießt:
Aus dem getroff’nen Riesenauge eine Träne fließt
Wütend springt der Riese auf
Der Gnom denkt sich noch: ‚Ich lauf!‘
Doch humpelnd tritt der Riese zu
Platt ist der Gnom im Nu!
Was könnt’ daraus die Lehre sein?
Laß das sein mit dem Gestein?
Leg dich als Riese
Nie auch ’ne öffentliche Wiese?
Nicht immer siegt der kleine Mann
Wenn er nicht schnell genug laufen kann?
Ist die Masse groß genug
Ist schnell Schluß mit Unfug?
Der Riese jedenfalls zog
Wohin es ihn bewog
Der Gnom jedoch
Liegt da immer noch!
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